Die Richterbank eines Saals im Landgericht Saarbrücken. (Foto: dpa/Oliver Dietze)

Korruptionsprozess gegen Sachbearbeiter gestartet

Thomas Gerber   17.12.2019 | 17:34 Uhr

Im Korruptionsprozess gegen einen Sachbearbeiter des Saarbrücker Gesundheitsamts zeichnet sich ein schnelles Ende ab. Der 45 Jahre alte Jurist steht im Verdacht gemeinsam mit einem ebenfalls angeklagten Komplizen gegen Honorar Bordellbetrieben Betriebsgenehmigungen verschafft zu haben.

Rotlichtmilieu: Korruptionsprozess gegen Sachbearbeiter beginnt
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 17.12.2019, Länge: 01:01 Min.]
Rotlichtmilieu: Korruptionsprozess gegen Sachbearbeiter beginnt

Maximal zwei Jahre auf Bewährung für den 45-jährigen Christian S. sowie maximal zwei Jahre und einen Monat für seinen Komplizen, allerdings in jedem Fall ohne Bewährung. Denn der 55-jährige Kumpel von S. ist vorbestraft, hat nebenbei noch mit größeren Mengen selbsangebautem Marihuana gedealt.

In Sachen Rotlichmilieu waren die beiden Blieskasteler allerdings weniger erfolgreich. Elf Betriebe sprachen sie an. Gegen Honorar sollte den Inhabern bei den Betriebskonzepten geholfen werden, Christian S. diese dann im Amt später durchwinken. Nur in einigen Fällen floss tatsächlich Geld - insgesamt knapp 8000 Euro.

Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt

Als die beiden mit ihrem Ansinnen auf eine alteingesessene Bordellbetreiberin trafen, machte die den Zauber nicht mit, alarmierte die Polizei. Die wiederum überwachte danach das Treiben der beiden - Telefone wurden offenbar abgehört. So konnte die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage nahezu lückenlos belegen, wann mit welchem Bordellbetreiber gesprochen worden war. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. Dann werden die beiden Angeklagten voraussichtlich Geständnisse ablegen und der Prozess mit den ausgehandelten Strafen zu Ende gehen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 17.12.2019 berichtet.

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