Ein Apotheker kontrolliert die Daten und stellt am Computer einen digitalen Impfnachweis aus. (Foto: picture alliance/dpa | Sven Hoppe)

Apotheker können Impfstoff-Chargennummer nachverfolgen

  15.12.2021 | 07:43 Uhr

Im Kampf gegen gefälschte Impfzertifikate haben Apotheken von heute an eine neue Kontroll-Möglichkeit. Sie können die Chargennummer des Impfstoffs zurückverfolgen. Der Umgang mit Verdachtsfällen ist für die Apotheker aufgrund ihrer Verschwiegenheitspflicht nicht immer einfach.

Auch Apothekerinnen und Apotheker können ab jetzt die Chargennummer des Impfstoffes zurückverfolgen und verifizieren. Das sagte der Geschäftsführer der saarländischen Apothekerkammer, Carsten Wohlfeil, im SR-Interview. Damit sollen gefälschte Impfzertifikate erkannt werden.

Gefälschte Impfpässe sind für Apotheker ein Problem
Audio [SR 1, (c) Julia Lehmann, Carsten Wohlfeil, 14.12.2021, Länge: 03:09 Min.]
Gefälschte Impfpässe sind für Apotheker ein Problem

Für die Apotheker ist der Umgang mit einem Verdachtsfall dabei nicht immer einfach. "Wenn eine Fälschung als solche eindeutig erkennbar ist, raten wir den Kollegen tatsächlich mit der Polizei Kontakt aufzunehmen. Schwierig wird es natürlich, wenn nur Zweifel an der Echtheit des Impfzertifikats bestehen, weil man muss einfach auch sehen, dass Apotheken der Verschwiegenheit verpflichtet sind", so Wohlfeil.

Apotheker zu Verschwiegenheit verpflichtet

Diese Verschwiegensheitspflicht gelte gegenüber Jedermann und damit grundsätzlich auch erstmal gegenüber einem Betrüger. In einem solchen Fall müsse der Apotheker abwägen, ob das Berufsgeheimnis überwiege oder die Gesundheit der anderen als geschütztes Rechtsgut.

Helfen kann eine sogenannte Schweigepflichtentbindung, die die Apothekerkammer den Apotheken zur Verfügung gestellt hat. Der Patient, der in die Apotheke komme, könnte damit den Apotheker von seiner Schweigepflicht entbinden.

Damit räume er die Möglichkeit ein, bei Zweifeln an der Echtheit der Dokumente Nachfragen zu stellen - auch beim ausstellenden Arzt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 15.12.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja