Schottergärten (Foto: dpa | Annette Riedl)

Kein landesweites Verbot von Schottergärten

Kai Forst   09.10.2021 | 08:52 Uhr

Schottergärten - bundesweit ein heiß diskutiertes Thema. Im Saarland hat zuletzt die Stadt Bexbach in einem geplanten Wohngebiet diese Art der Gartengestaltung untersagt. Ein landesweites Verbot bei Neubauten wird es im Saarland - anders als in Baden-Württemberg - allerdings nicht geben. Das hat eine Prüfung des Umweltministeriums ergeben. Allerdings können die Kommunen einen Riegel vorschieben.

Schottergärten boomen seit einigen Jahren in Deutschland. Immer mehr Häuslebauer setzen bei ihren Vorgärten auf Steine, Kies und Beton statt auf Bäume, Blumen und Gras. Die meisten versprechen sich davon weniger Arbeit. Dass das auf die Biodiversität eine deutlich negative Auswirkung hat, darin sind sich inzwischen die Experten einig. So versuchen immer mehr Städte- und Kommunen bei Neubau-Projekten den Schottergärten einen Riegel vorzuschieben.

Bexbach will Schottergärten-Verbote vorantreiben

Im Saarland war das Ende September in Bexbach ein Thema. Allerdings ging es im Stadtrat nicht um ein Verbot für die gesamte Stadt, sondern lediglich für das geplante "Wohngebiet oberhalb des Ziegelhütterweges". Dort sind also Schottergärten künftig tabu.

Kein landesweites Verbot von Schottergärten
Audio [SR 3, Kai Forst, 09.10.2021, Länge: 00:55 Min.]
Kein landesweites Verbot von Schottergärten

Wie die Stadt Bexbach dem SR mitteilte, gab es eine ähnlich Entscheidung bereits zuvor bei dem Wohngebiet "Am Kreisel Kleinottweiler Straße". Und weitere sollen folgen: "Die Stadt Bexbach strebt an, diese Bestimmung auch auf künftige, neue Bebauungspläne im Stadtgebiet auszuweiten. Bestandsbebauungspläne sind hiervon ausgenommen", so eine Sprecherin.

Das saarländische Umweltministerium begrüßt derartige Entscheidungen. Allerdings wird es im Saarland - anders als etwa in Baden-Württemberg - kein landesweites Verbot von Schottergärten geben. Eine entsprechende Prüfung, die bereits im Juli 2020 angekündigt worden war, habe ergeben, dass "aufgrund der verfassungsrechtlich geschützten kommunalen Selbstverwaltungshoheit" die Kommunen dafür zuständig seien.

"Nicht mit Naturschutzzielen vereinbar"

Die Prüfung bestand nach eigenen Angaben in einer Abstimmung mit dem für die notwendige Änderung der Landesbauordnung (LBO) zuständigen Innenministerium. "Aktuell gibt die Rechtslage im Saarland diese Planungsmöglichkeit bei den Kommunen sehr konkret her", teilte eine Ministeriumssprecherin mit.

Generell sei die Anlage von Schottergärten "aus unserer Sicht nicht mit unseren Naturschutzzielen im Siedlungsbereich vereinbar", so die Sprecherin weiter.

In Baden-Württemberg seit 2020 verboten

In Baden-Württemberg sind neue Schottergärten seit August 2020 landesweit verboten. Eine entsprechende Änderung des Landesnaturschutzgesetzes beschloss der baden-württembergische Landtag. Vorausgegangen war die Gesetzesnovelle durch das Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Auch in der 800.000-Einwohner-Stadt Frankfurt sind Beton- und Schottergärten künftig bei Neu- und Umbauten verboten.

Der Saarländische Städte- und Gemeindetag (SSTG) sieht in solchen Verboten bei der Planung von Neubaugebieten ein probates Mittel für den Natur- und Artenvielfaltsschutz. "Je mehr Grünflächen und Bepflanzungen auch auf privaten Grundstücken zur Verfügung stehen, desto mehr trägt dieser Umstand zu einem gesunden Kleinklima, zum Natur- aber auch zum Insektenschutz bei", sagte SSTG-Geschäftsführer Stefan Spaniol.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja