Eine junge Frau steht  am Fenster in einem Frauenhaus. (Foto: dpa)

Frauenbeauftragte wollen genauere Statistik zu häuslicher Gewalt

  30.08.2022 | 11:13 Uhr

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen Frauenbeauftragten im Saarland fordert, dass die statistische Erhebung bei Fällen häuslicher Gewalt angepasst wird. Es sei wichtig, dass zwischen systematischer und situativer Gewalt unterschieden werde. Die LAG reagiert damit auf einen SR-Bericht zum Thema häusliche Gewalt gegen Männer.

Die saarländische Statistik zu häuslicher Gewalt ist aus Sicht der Landesarbeitsgemeinschaft Kommunale Frauenbeauftragte (LAG) zu ungenau. Das geht aus einer Stellungnahme der LAG an mehrere saarländische Ministerien hervor, die dem SR vorliegt.

Die Statistik zeigt, dass jeder vierte Betroffene häuslicher Gewalt männlich ist. Darüber hatte der SR berichtet.

"Die Statistik belegt, dass häusliche Gewalt gegen Männer existiert und wir gehen davon aus, dass diese Situation für Betroffene noch schambehafteter ist als für Frauen. Damit stellt sie eine noch größere Hürde dar, Hilfe in Anspruch zu nehmen", heißt es in der Stellungnahme der LAG. Es sei anzunehmen, dass die Dunkelziffer, alle Geschlechter betreffend, viel höher sei.

Unterscheidung zwischen systematischer und situativer Gewalt

Die LAG kritisiert allerdings, dass ihres Wissens nach in der Statistik nicht zwischen systematischer, also länger andauernder, und situativer Gewalt, etwa in einer Streitsituation, unterschieden werde. Dadurch entstehe ein verzerrtes Bild.

"Der LAG liegt eine Statistik vor, allerdings nicht aus dem Saarland, die belegt, dass Männer von systematischer Gewalt wesentlich weniger betroffen sind", heißt es in der Stellungnahme.

Die LAG fordert daher, dass die statistische Erhebung im Saarland angepasst wird. "Nur dann sind nach unserer Ansicht belastbare Zahlen vorhanden", begründet die LAG.

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