Symbolbild: Gericht (Foto: dpa/Johannes Eisele)

Kolasinac zu Geldstrafe verurteilt

Thomas Gerber   15.03.2022 | 19:27 Uhr

In der Affäre um gefälschte Mitgliederlisten ist Mekan Kolasinac, der frühere Chef der Saarlouiser Linken, zu einer Geldstrafe von 4.800 Euro verurteilt worden. Der ehemalige Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten Thomas Lutze hat laut Amtsgericht Unterschriften auf Quittungsbelegen gefälscht.

Das zuständige Amtsgericht hat gegen Mekan Kolasinac am Dienstag einen Strafbefehl über 120 Tagessätze zu je 40 Euro wegen Urkundenfälschung und falscher Verdächtigung erlassen. Das teilte die Staatsanwaltschaft dem SR mit. Der Strafbefehl sei rechtskräftig.

Gutachten entlastete Lutze und Neumann

Demnach hat Kolasinac Unterschriften von Parteimitgliedern auf Quittungsbelegen über angeblich gezahlte Mitgliedsbeiträge gefälscht. In Zeugenaussagen bei der Polizei soll er Thomas Lutze und den Saarlouiser Kreisvorsitzenden Andreas Neumann der Tat bezichtigt haben.

Diese Anschuldigungen hatten sich im Laufe der Ermittlungen anhand eines Schriftgutachtens allerdings als falsch erwiesen. Das Gutachten ergab vielmehr, dass Kolasinac selbst die Unterschriften gefälscht hatte. Die zunächst gegen Neumann und Lutze eingeleiteten Ermittlungsverfahren wegen Urkundenfälschung waren daraufhin von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden. Kolasinac war bereits im Sommer vergangenen Jahres wegen parteischädigenden Verhaltens aus den Linken ausgeschlossen worden.

Verfahren wegen Untreue gegen Lutze läuft noch

Gegen Lutze ist unterdessen nach wie vor ein Vorermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue anhängig. Dabei geht es um die Beschäftigung von Kolasinac in Lutzes Abgeordnetenbüro. Lutze hatte ihn auf Kosten der Bundestagsverwaltung als Schreib- und Bürokraft eingestellt.

Kolasinac hatte demgegenüber erklärt, niemals Schreib- oder Büroarbeiten für Lutze erledigt zu haben. Ebenso habe er ihn auch nicht in wirtschaftspolitischen Fragen beraten. Eine Entscheidung, ob das Vorermittlungsverfahren gegen Lutze ebenfalls eingestellt wird, ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch nicht gefallen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 15.03.2022 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja