Skalpell (Foto: dpa/Oliver Berg)

Körperspende: Geschenke für die Wissenschaft

Katharina Döppler / Onlinefassung: Leonie Rottmann   03.02.2019 | 09:03 Uhr

Nach dem Tod noch etwas Gutes tun: Das wollen Menschen, die sich als Körperspender der Wissenschaft zur Verfügung stellen. An den Körpern können Studenten zum Beispiel lernen, wie sich Organe anfühlen und wie die Strukturen im Körper zusammenhängen.

Edeltraut Seinsoth möchte mit ihrem Körper nach dem Tod angehende Ärzte in ihrer Ausbildung unterstützen. Die 72-Jährige hat die Vereinbarung mit dem Anatomischen Institut der Uniklinik Homburg schon vor 15 Jahren unterzeichnet. Für sie war dieser Schritt wie eine Befreiung: "Ich habe keine Angst mehr vor dem Sterben, wie ich immer hatte." Außerdem ist sie froh, dass sie jetzt schon weiß, was nach dem Tod mit ihrem Körper geschieht. Dadurch müssen ihre Verwandten nichts mehr für sie organisieren.

Ein Geschenk für junge Mediziner

Studenten der Universität des Saarlandes lernen ab dem dritten Semester an den gespendeten Körpern. Für Gabriela Krasteva-Christ, Professorin für makroskopische Anatomie, ist das unverzichtbar: "Gerade die Erfahrung, sich durch selber Handanlegen an einem Präparat etwas zu erarbeiten, ist für das Lernen sehr wichtig. Die Studenten haben dann ein Bild vor Augen und das prägt sich ein." Wichtig ist der Professorin, dass die Studenten würde- und respektvoll mit den Körpern umgehen.

Tabea Hülle, Medizinstudentin an der Universität des Saarlandes, erzählt: "Hier an den Körperspendern sehen wir, wie es im echten Körper ist. Dass zum Beispiel Gefäße anders aussehen" als in den Lehrbüchern. "Wir können so viel von den Spendern lernen. Die Dankbarkeit steht da absolut im Vordergrund."

WimS: Körperspenden – der Wissenschaft helfen (29.01.2019)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 29.01.2019, Länge: 05:21 Min.]
WimS: Körperspenden – der Wissenschaft helfen (29.01.2019)

Die Beerdigung bezahlen die Spender

Jeder Spender muss mit Abschluss des Vertrags 1100 Euro bezahlen beziehungsweise der Universität zur Verfügung stellen. Damit sollen die Kosten für Einäscherung und Grabpflege gedeckt werden. Eine Trauerfeier, die Einäscherung und die Urnenbeisetzung werden vom Uniklinikum veranlasst. Außerdem werden die Angehörigen über die Termine informiert, die etwa ein bis drei Jahre nach dem Tod stattfinden werden.

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