1 Cent und 2 Cent Münzen werden in der Hand gehalten. (Foto: dpa)

Supermarkt oder Bank: Wohin mit dem Kleingeld?

  02.10.2018 | 10:43 Uhr

Trotz Apps und Kreditkarten: Die Deutschen halten am Bargeld fest. Und weil krumme Beträge hierzulande weitverbreitet sind, sammeln sich schnell Berge von Münzgeld an. Banken und neuerdings ein Supermarkt tauschen das Kleingeld um – doch die Gebühren variieren stark: Von null bis zehn Prozent reicht die Spanne.

In Real-Supermärkten können Kunden seit März ihr Kleingeld an einem Automaten der Firma Coinstar wechseln. Für ihre Münzen erhalten sie einen Bon, den sie in einen Einkaufsgutschein umwandeln oder sich als Bargeld auszahlen lassen können. Die Kunden nehmen das Angebot gut an, erklärt Unternehmenssprecherin Gabi Schierz, die Nutzung steige kontinuierlich.

Der Umtausch am Automaten mag bequem sein, ganz billig ist er allerdings nicht: Die Gebühr für den Vorgang beträgt 9,9 Prozent. Das sei vergleichbar mit den Kosten bei Banken, sagt Gabi Schierz.

Stimmt das? Und wie ist der Münztausch bei Banken geregelt?

Umtausch per Safebag

Vereinzelt gibt es in den Banken und Sparkassen auch noch Zählautomaten, die meisten Institute organisieren den Münzumtausch mittlerweile aber über sogenannte Safebags. Das sind spezielle Sicherheitstaschen, in denen das Kleingeld gesammelt und verschlossen wird. Sie fassen etwa vier Kilo. Die Münzen werden von einer externen Firma geprüft und dann nach ein paar Tagen dem Konto gutgeschrieben.

Die Kosten dieser Prozedur schwanken für Privatkunden stark. Bei der Sparkasse Neunkirchen etwa ist das Angebot kostenfrei, ebenso bei der Bank 1 Saar und der Commerzbank. Bei der Volksbank Untere Saar und der Sparkasse Merzig-Wadern ist eine Einzahlung pro Monat kostenlos, für jede weitere werden fünf Euro berechnet. Bei der KSK Saarlouis zahlen Kunden schon beim ersten Mal 2,50 Euro pro Safebag, bei der Volksbank Überherrn sind es sechs Prozent des Gesamtbetrags, mindestens aber fünf Euro.

Postbank bedient auch Nicht-Kunden

Der Service steht jeweils nur den Kunden des jeweiligen Instituts zur Verfügung. Die einzige Bank, die ihre Filialmitarbeiter angewiesen hat, Kleingeld auch von Nicht-Kunden anzunehmen, ist die Postbank. Dabei kann das Geld entweder entgeltpflichtig auf ein bei einer Fremdbank geführtes Konto eingezahlt werden oder der Kunde bekommt das Geld kostenlos gewechselt.  Allerdings könnten die Mitarbeiter bei großem Kundenandrang die Annahme von Münzgeld ablehnen und die Kunden bitten, zu einem späteren Zeitpunkt die Filiale erneut aufzusuchen, teilte die Postbank mit.

Artikel mit anderen teilen