Profiler bei der Arbeit (Foto: dpa)

Profiler ermitteln im Kleinblittersdorfer Baby-Fall

  26.07.2013 | 15:00 Uhr

Nach der Beerdigung des Kleinblittersdorfer Babys gehen die Ermittlungen weiter. Spezielle Fallanalytiker aus Nordrhein-Westfalen sollen die Tat nun aufklären. Ersten Ergebnissen zu Folge stamme die Kindsmutter aus dem Nahbereich.

Mehr als zwei Dutzend Hinweisen ist die Polizei in Kleinblittersdorf bereits erfolglos nachgegangen. Nun sind Profiler, speziell geschulte Ermittler, hinzugezogen worden, die den Fall aufklären sollen. Dem bisherigen Ergebnis der Spezialermittler zu Folge lebe die Kindsmutter in der Nähe, in einem Radius von maximal drei bis fünf Kilometern um die Fundstelle der Leiche. Dies ergebe sich aus der Statistik vergleichbarer Fälle und dem Obduktionsergebnis. Demnach sei der tote Säugling in einem Zeitraum von maximal zwei Stunden nach der Geburt durch Gewalteinwirkung im Halsbereich getötet worden.

Zwar sei die Leiche vermutlich mit einem Fahrzeug zur Fundstelle transportiert worden, eine längere Autofahrt jedoch sei auszuschließen. In solchen Situationen handelten Mütter planlos. Aus vergleichbaren Fällen sei der Polizei bekannt, dass die Mütter oft die Schwangerschaft verdrängten, verleugneten oder von dem Geburtsgeschehen überrascht würden. Sie befänden sich in einer psychischen und physischen Ausnahmesituation. Der Polizei gehe es deshalb nicht nur darum, die Mutter zu fassen, sondern dieser auch psychiatrische Hilfe anzubieten.

Groß angelegte Befragungsaktion ab Dienstag

Ab kommenden Dienstag werde nun gezielt im Raum von Klein- und Großblittersdorf nach der Kindsmutter gesucht. Unter anderem werde man von Haus zu Haus gehen und Befragungen durchführen. Wer etwa eine Frau kenne, die auffällig zu- und dann abgenommen habe, die weite Kleidung trug oder auch sportliche Aktivitäten gemieden habe. Die Police Judiciaire ist in die Aktion miteinbezogen. Auch im französischen Großblittersdorf wird es eine solche Befragungsaktion geben. Die Chancen auf eine Aufklärung stehen gut. Bundesweit liegt Quote in vergleichbaren Fällen bei etwa 70 Prozent.

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht im SR-Fernsehen am 26.07.2013 berichtet.

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