Symbolbild: Kindertagesstätte (Foto: dpa/Sebastian Kahnert)

Studie beklagt Stagnation in der Kita-Betreuung

Stephan Deppen / Christian Leistenschneider   28.08.2018 | 10:50 Uhr

Die Qualität der Betreuung in saarländischen Kinderkrippen stagniert seit Jahren. So lautet zumindest das Ergebnis des aktuellen Bildungsmonitors der Bertelsmannstiftung. Für Kinder zwischen drei und sechs Jahren habe sich die Situation dagegen seit 2012 leicht gebessert.

Durchschnittlich werden in den saarländischen Krippen pro Betreuungskraft 3,8 Kinder, in den Kindergärten 9,6 Kinder betreut. Das liegt im Bereich des bundesweiten Durchschnittes. Die Unterschiede zwischen den Landkreisen sind im Saarland vergleichsweise gering.  

Im Westen stellt sich die Betreuungssituation insgesamt günstiger dar als im Osten Deutschlands. Für eine Personalausstattung, die den Empfehlungen der Bertelsmannstiftung entspricht, müssten im Saarland pro Jahr über 60 Millionen Euro zusätzlich ausgegeben werden.

Studiogespräch: "Die Frage ist Qualität oder Elternfreistellung?"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Siegfried Lambert/Stephan Deppen, 28.08.2018, Länge: 03:14 Min.]
Studiogespräch: "Die Frage ist Qualität oder Elternfreistellung?"

80 Prozent mehr Krippenplätze seit 2012

In einer Mitteilung verweist der saarländische Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) auf die allgemeine Ausweitung des Kita-Angebots im Saarland. Seit 2012 hätten Land und Kommunen rund 80 Prozent mehr Krippenplätze geschaffen und dabei die Personalausstattung halten können.

Zudem sei der Personalschlüssel nicht das einzige Qualitätsmerkmal einer Einrichtung. Auch Freistellungen für Leitungs- und Verwaltungsaufgaben sowie die Zahl der Vollzeitfachkräfte seien wesentlich für die pädagogische Qualität. In beiden Bereichen befinde sich das Saarland bundesweit in der Spitzengruppe, so Commerçon.

Über dieses Thema wurde auch in der Rundschau vom 28.08.2018 berichtet.

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