Kinder sitzen auf einer Bank im Kindergarten (Foto: pixabay/tolmacho)

Über 9700 Unterschriften für mehr Kita-Personal

Sandra Schick   29.03.2019 | 06:56 Uhr

Über 9700 Menschen haben die Online-Petition "Kita-Personal am Limit" unterzeichnet. Die Aktion der Gewerkschaft Verdi soll den Druck auf die Politik erhöhen, gegen den Personalengpass in den Kindertagesstätten vorzugehen.

Ingesamt wurde die Online-Petition mit dem Titel "Kita-Personal am Limit - Gesellschaft am Ende" 9779 mal unterzeichnet. Davon waren rund 8200 Unterzeichner aus dem Saarland. Der Sprecher der Gewerkschaft Verdi, Stefan Schorr, sagte dem SR, man sei sehr zufrieden mit dem Erfolg der Petition. Noch vor zwei Wochen habe man noch Zweifel daran gehabt, ob das gesetzte Ziel von 5100 Unterschriften erreicht werden würde. Die Petition war Ende Januar gestartet und ist in der vergangenen Nacht zu Ende gegangen.

Desolate Personalsituation

Die Gewerkschaft will nun mit dem Ministerpräsidenten Tobias Hans (CDU) einen Termin für die Übergabe der Unterschriften vereinbaren. Parallel laufen Gespräche mit Vertretern der zuständigen Ministerien und der Parteien im saarländischen Landtag. Mit der Aktion will Verdi nach eigenen Angaben auf die "desolate Personalsituation" in den Kindertagesstätten aufmerksam machen. "Derzeit sind die Leiter der Kitas vor allem damit beschäftigt, den Mangel zu verwalten", so Schorr.

Eine Forderung: Bei der Stellenbemessung für Kitas sollen Ausfallzeiten des Personals berücksichtigt werden. "Eine Erzieherin fehlt im Durchschnitt 12 Tage pro Jahr. Hochgerechnet auf eine Einrichtung kommen da beträchtliche Stunden zusammen", so Schorr. "Mir berichten Leitungen, dass sie jeden Morgen erstmal checken, welche Aktivitäten sie heute streichen müssen, weil nicht genug Betreuer da sind." Außerdem fordert die Gewerkschaft eine Verbesserung des Betreuungsverhältnisses, verbindliche Verfügungszeiten und mehr Zeit für die Anleitung von Auszubildenen und Praktikanten.

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