Jugendliche sitzen in einem Kinosaal. (Foto: Roland Weihrauch/Picture alliance/dpa)

"Kino muss funktionieren"

Kasia Hummel   09.02.2019 | 08:30 Uhr

Saarländer sind Kinomuffel: Das belegen Zahlen aus der aktuellen Jahresstatistik der Filmförderungsanstalt FFA. Demnach waren im vergangenen Jahr so wenige Menschen in den Kinos wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Einen Rücklauf beobachtet auch Peter Martin in seinem Thalia Kino Bous. Dennoch ist er optimistisch.

Bundesweit 13,9 Prozent weniger Kinogänger als im Jahr zuvor, im Saarland ein Rückgang um über 15 Prozent: Immer weniger Menschen zieht es in den Kinosessel. Auch Peter Martin, der Betreiber des Thalia Kinos in Bous, beobachtet einen Rückgang. Der sei in seinem Haus aber nicht ganz so drastisch. Um immer wieder neues Publikum zu gewinnen, setzt er auf ein vielseitiges Programm – und das trotz eines großen Mitspracherechts der Verleiher, das es ihm als Kinobetreiber nicht immer einfach macht.

" Man weiß nie, wie ein Film ankommt“

Panorama
Schlechtestes Kinojahr seit Jahrzehnten
In Deutschland sind im vergangenen Jahr so wenige Menschen in die Kinos gegangen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Auch im Saarland sind die Besucherzahlen stark eingebrochen. Generell gehen die Saarländer so selten ins Kino wie in kaum einem anderen Bundesland.

„Viele Zuschauer meinen immer noch, wir könnten die Filme einsetzen, wie wir wollen und jeden Tag zeigen, was wir wollen“, so Peter Martin. Ganz so sei es aber nicht. Mit drei Kinosälen sei sein Haus aber inzwischen flexibler. „So können wir neben dem Mainstream auch Arthaus-Kino zeigen.“ Mit einem vielseitigen Programm, einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und Qualität bekommt man die Menschen seiner Meinung nach auch wieder vor die Leinwand.

Wobei genau das auch die Schwierigkeit in der Kino-Branche sei. Auf das Hauptprodukt, den Film, haben die Kinobetreiber keinen Einfluss. „Man weiß nie, wie ein Film ankommt.“ Oft sei die Erwartung sehr hoch und der Film funktioniere trotzdem nicht. Filme, denen man es nicht zugetraut hätte, kämen dann wiederum gut an.

Trotz der Zahlen ist Peter Martin dementsprechend gelassen und lässt keine Panik aufkommen. „Das vergangene Jahr war vielleicht etwas schlechter, aber man sollte nicht den Kopf in den Sand stecken.“ Kino muss in seinen Augen eigentlich funktionieren. „Da können die Fernseher noch so groß werden. So groß wie eine Kinoleinwand werden sie nie.“ Es sei das Erleben in der Gemeinschaft, auf das es ankomme. „Wenn man im Kino sitzt, ist es was ganz anderes, als wenn man zu Hause vor dem Fernseher sitzt.“ Und er verspricht: In diesem Jahr kommen noch einige gute Filme auf die Leinwand.

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