Nachbildung der Justitia neben einem Aktenstapel (Foto: dpa Bildfunk)

Ex-Kita-Erzieher wegen Kinderporno-Besitzes verurteilt

  06.02.2019 | 15:55 Uhr

Ein ehemaliger Erzieher einer Kindertagesstätte in der Westpfalz ist wegen des Besitzes von Kinderpornos zu neun Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Zuvor hatte der Mann vor dem St. Ingberter Amtsgericht ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Der 49-Jährige habe sich die Filme, die den Missbrauch von Kindern und Kleinstkinder zeigen, aus dem Internet herunterladen, sagte die Richterin am Mittwoch vor dem Amtsgericht in St. Ingbert. Was da zu sehen sei, sei „einfach nur ekelhaft“. Es sei nicht nachvollziehbar, „wie man sich so etwas auch nur ausschnittsweise anschauen kann“.

In einem umfassendes Geständnis sagte der 49-Jährige, dass ihm alles ganz furchtbar leid tue. "Ich habe einen Riesenfehler gemacht“, sagte er. „So etwas wird mir nie wieder passieren.“ Er wisse selber nicht mehr, warum er sich so etwas angeschaut habe. Zudem beteuerte er, nicht alle Filme gesehen zu haben. Pädophile Neigungen habe der dreifache Familienvater keine, werde sich aber trotzdem weiter psycho- und sexualtherapeutisch behandeln lassen.

Insgesamt ging es um 20 Dateien auf einer Speicherkarte und sechs Filme auf seinem Laptop. Die missbrauchten Kinder seien zwischen „höchsten vier“ bis elf Jahre alt gewesen, sagte Staatsanwalt Markus Kehl. Die Filme zeigten nicht nur irgendwelches „Posing“, sondern „Hardcore-Aufnahmen“ auch von Kleinstkindern. „Es handelt sich um den Bodensatz der Pornografie“, so der Staatsanwalt.

Video [aktueller bericht, 06.02.2019, Länge: ab Min. 20:33 ]
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Kita-Leiterin fand die Speicherkarte in der Kita

Aufgeflogen war sie Sache, nachdem die Kita-Leiterin im Januar 2018 seine Speicherkarte mit Kinderpornos auf einem Stuhl im Büro der Kita in Bruchmühlbach-Miesau gefunden hatte. „Wir hätten ihm alle so etwas nicht zugetraut“, sagte sie vor Gericht. In der Kita habe es in den mehr als 20 Jahren seiner Tätigkeit keine Auffälligkeiten gegeben. „Die Kinder hatten gerne mit ihm zu tun.“

Der Prozess fand im Saarland statt, weil der Ort der Tat - das Herunterladen der Bilder - in Homburg gewesen sein soll. Dort wohnt der ehemalige Erzieher.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 06.02.2019 berichtet.

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