Ein Kind liegt krank im Bett (Foto: IMAGO / TT)

Zahl der Kinderkrankentage im Saarland deutlich gestiegen

  12.03.2022 | 09:47 Uhr

Wegen der Corona-Pandemie haben 2021 deutlich mehr Eltern im Saarland Kinderkrankengeld beansprucht als in den Jahren zuvor. Das bestätigten mehrere Krankenkassen auf SR-Anfrage. Die IKK-Südwest sieht zudem noch einen weiteren Corona-Effekt: Deutlich mehr Väter haben ihre kranken Kinder betreut.

Ist das Kind krank oder die Kitas und Schulen sind geschlossen, müssen die Eltern ihre Kinder betreuen. In der Corona-Pandemie hat sich die Situation dabei noch einmal deutlich verändert. Wie eine SR-Umfrage bei mehreren Krankenkassen ergab, ist die Zahl der Kinderkrankentage im Saarland im Jahr 2021 deutlich gestiegen.

"Wir erkennen einen Corona-Effekt"

So verzeichnete die IKK Südwest bei ihren saarländischen Versicherten 23.717 Kinderkrankentage. Im Jahr 2020 waren es noch 10.340 Tage – ein Anstieg also um 129 Prozent. „Wir erkennen im Jahr 2021 einen Corona-Effekt. Der Anspruch auf das erweiterte pandemiebedingte Kinderkrankengeld wurde beschlossen, um Eltern bei der Kinderbetreuung zu entlasten“, sagte Günter Eller, Geschäftsführer der IKK Südwest.

Zudem sei der Anspruch pro Kind und Jahr zusätzlich von zehn auf 30 Tage erhöht worden. Das pandemiebedingte Kinderkrankengeld wurde von der Bundesregierung zum Jahresbeginn 2021 eingeführt.

Die verhältnismäßig geringere Inanspruchnahme der Kinderkranktage im Jahr 2020 - damals gab es das pandemiebedingte Kinderkrankengeld noch nicht - sei indes auf das verstärkte Homeoffice-Angebot vieler Unternehmen in der Region zurückzuführen, so Eller weiter.

Ähnliches Bild bei Barmer und DAK

Neben der IKK Südwest bestätigt auch die Barmer Ersatzkasse, dass die Zahl der Kinderkrankentage im Saarland von 2020 auf 2021 deutlich von 5.876 auf 14.251 gestiegen sei – beinahe eine Verdreifachung.

Das gleiche Bild auch bei den DAK-Versicherten im Saarland: Wie die Krankenkasse dem SR mitteilte, wurden 2021 91 Prozent mehr Anträge auf Kinderkrankengeld gestellt als 2020. Dabei hätten die pandemiebedingten Betreuungsfälle im Saarland bis Februar 2021 noch gegenüber den Erkrankungsfällen dominiert, so eine DAK-Sprecherin. Im weiteren Verlauf hätte sich dieses Bild schließlich umgekehrt – vor allem aufgrund der überwiegend geöffneten Schulen, der Homeoffice-Pflicht in vielen Unternehmen.

Immer mehr Väter mit Kinderkrankentagen

Die Corona-Pandemie hat mit Blick auf die Kinderkrankentage laut IKK einen weiteren Effekt im vergangenen Jahr hervorgebracht. Denn wie aus den Zahlen der Versicherung hervorgeht, haben sich Väter 2021 sehr viel  häufiger um ihre kranken Kinder gekümmert als noch im Vor-Corona-Jahr 2019. Den Angaben zufolge stieg die Zahl der durch Väter in Anspruch genommenen Kinderkrankentage um 145 Prozent.

„Die Pandemie hat in diesem Zusammenhang deutlich hervorgebracht, dass in vielen Familien beide Elternteile immer stärker an der Kindererziehung beteiligt sind und so auch die Arbeitgeber in Zukunft noch mehr gefordert sind, dass Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser gelingt“, betont IKK-Geschäftsführer Eller.

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