Bunkerstollen (Foto: pixabay (CC0))

Gemeinde muss für Stollenschäden zahlen

  21.06.2019 | 18:26 Uhr

Die Gemeinde Nalbach muss für Schäden durch Stollen aus dem zweiten Weltkrieg unter einem Kindergarten selbst aufkommen. Das Landgericht Saarbrücken hat eine Klage der Gemeinde gegen die Bundesrepublik Deutschland in erster Instanz abgewiesen.

Der Nalbacher Bürgermeister Lehnert nennt das Urteil eine "schreiende Ungerechtigkeit". Sowohl Gemeinde als auch private Grundstückseigentümer würden mit den Problemen durch die ehemaligen Wehrmachtsstollen alleine gelassen.

Klage der Gemeinde Nalbach abgewiesen
Audio [SR 3, (c) SR, 21.06.2019, Länge: 00:49 Min.]
Klage der Gemeinde Nalbach abgewiesen

Das Landgericht verwies bei seiner Entscheidung auf das Allgemeine Kriegsfolgekostengesetz. Demnach hätte die Gemeinde Nalbach die Schäden bis Ende 1959 geltend machen müssen. Das Problem dabei: Die Luftschutzstollen wurden erst im Herbst 2016 und Frühjahr 2017 entdeckt. Für Bürgermeister Lehnert ist die Entscheidung der Richter daher "mit dem gesundem Menschenverstand nicht nachzuvollziehen".

Video [aktueller bericht, 21.06.2019, ab 15:14 Min.]
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Die Stollen wurden bei der Sanierung des Kindergartens in Nalbach entdeckt. Wegen Einsturzgefahr wurde der Kindergarten vor zwei Jahren geschlossen. Die Gemeinde will jetzt die genaue Urteilsbegründung abwarten und möglicherweise in Berufung gehen.

Über dieses Thema wurde auch in den SR Hörfunknachrichten vom 21.06.2019 berichtet.

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