Ein Kind geht alleine auf einer Straße (Foto: IMAGO / Xinhua)

Wenn Kinder von Fremden angesprochen werden

  21.09.2022 | 12:24 Uhr

Aktuell gibt es wieder Meldungen über fremde Personen, die Kinder angesprochen und zum Mitgehen aufgefordert haben sollen. Die Polizei gibt Tipps, wie Kinder sich richtig verhalten und für solche Situationen gestärkt werden können.



In St. Ingbert und Saarbrücken hat es in den vergangenen Tagen Fälle gegeben, in denen Kinder von Unbekannten angesprochen und zum Mitgehen aufgefordert wurden.

In St. Ingbert war ein elfjähriges Mädchen am Montagabend von einem Unbekannten aus einem Auto heraus angesprochen worden. Er bot dem Kind an, es nach Hause zu fahren. In Saarbrücken-Dudweiler wurden am Montagnachmittag zwei Jungen von drei anderen Unbekannten angesprochen, die ihnen Süßigkeiten angeboten hätten, so die Polizei.

In beiden Fällen sind die Kinder nicht auf die Offerten eingegangen.


Wie Kinder gestärkt und geschützt werden können

Um Kinder zu stärken und sie auf solche Situationen vorzubereiten, gibt die Polizei diese Tipps:

  • Eltern sollten mit ihrem Kind einen Weg, den es künftig alleine geht - etwa den Schulweg - zuvor abgehen. Dabei können dem Kind auch Orte oder Geschäfte gezeigt werden, zu denen das Kind im Notfall hingehen und sich Hilfe holen kann.
  • Mit den Kindern sollten klare Absprachen getroffen werden, mit welchen Personen es im Auto mitfahren darf, oder wer es von der Schule oder der Kita abholen darf. Außerdem sollte klar gemacht werden, dass es niemals mit Fremden mitgehen darf.
  • Kinder sollten die Telefonnummer auswendig lernen, unter der die Eltern oder andere Vertrauenspersonen erreichbar sind.
  • Gegenstände oder Kleidungsstücke der Kinder sollten immer nur innen beschriftet werden. So gelangen Fremde schwerer an den Namen des Kindes.
  • Kinder müssen nicht mit Erwachsenen sprechen. Sie könnten die Person immer auch bitten, sich an andere Erwachsene zu wenden.
  • Wenn Kinder auf der Straße angesprochen oder in Bedrängnis gebracht werden, sollen sie andere Personen im Umfeld darauf aufmerksam machen. Im Notfall laut schreien und weglaufen.
  • Kinder sollen erzählen, wenn sie von Fremden angesprochen wurden. Eltern sollten dabei offene Fragen zu den Vorfällen stellen, aber keine Details vorgeben.
  • Bei verdächtigen Wahrnehmungen sollte immer die Polizei informiert werden - möglichst mit einer Personenbeschreibung und Angaben zu etwaigen Fahrzeugen (Kennzeichen, Typ, Farbe).

"Ein Geheimnis, bei dem Du Angst hast, ist kein Geheimnis."

Wichtig ist nach Polizeiangaben auch, dass Selbstvertrauen der Kinder zu stärken und zu fördern. Kinder müssten lernen, Erwachsenen gegenüber auch Nein sagen zu dürfen. Zudem sollte das Vertrauensverhältnis zu den Kindern aufrecht erhalten werden. "Ihr Kind muss das Gefühl haben, ihnen alles anvertrauen zu können", so die Polizei. Dazu gehöre auch, Kindern im Alltag mit Respekt zu begegnen.

Den Kindern sollte außerdem vermittelt werden: "Trau deinem Gefühl. Ein Geheimnis, das dir komisch vorkommt oder bei dem du Angst hast, ist kein Geheimnis. Sowas darfst und sollst du weitersagen."

Und nicht zuletzt sollten Kinder wissen: "Dein Körper gehört dir. Niemand darf dich anfassen, wenn du das nicht willst."

Wie Kinder vor Ansprechern schützen?
Audio [SR 1, (c) Jessica Ziegler, 21.09.2022, Länge: 03:02 Min.]
Wie Kinder vor Ansprechern schützen?

Tipp vom Familiencoach: Codewort vereinbaren

Familiencoach Alexandra Köhler hat im Gespräch mit dem SR noch einen weiteren Tipp für Eltern: Sie könnten mit ihrem Kind ein Codewort vereinbaren. Das könne z.B. der Name des Lieblingskuscheltiers sein oder eines Gegenstandes aus dem Familienalltag.

Etwas, das nur jemand wissen kann, der dem Kind nahesteht. Die Kinder könnten dann gezielt das Codewort einfordern, um die Vertrauenswürdigkeit zu überprüfen.

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