Ein Stethoskop und Kinderspielzeug liegen in einer Kinderarztpraxis auf einem Tisch. (Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa)

Viele Eltern wegen Coronavirus besorgt

Sandra Schick   28.02.2020 | 13:27 Uhr

Die saarländischen Kinderärzte haben wegen des Coronavirus derzeit vermehrt Anfragen von besorgten Eltern. Das teilte der Sprecher des Verbandes der Kinder- und Jugendärzte im Saarland, Benedikt Brixius, dem SR mit. Er appelliert auch an die Eltern, nicht vorschnell die Praxen aufzusuchen.

Momentan seien die Anfragen der Eltern noch vergleichsweise gut zu bewältigen, sagt Brixius. Allerdings habe er Sorge, dass sich das ändern könnte, sobald das Virus auch in unserer Region vermehrt auftritt. Dann könne man schnell an Kapazitätsgrenzen kommen. "Die Kinderärzte sind sowieso schon stark ausgelastet, besonders während der Grippewelle und Erkältungszeit", so Brixius. Die meisten Ärzte arbeiteten ohnehin schon am Limit.

Bislang wenige Komplikationen bei Kindern

Besorgte Eltern kann der Kinderarzt aus Homburg zumindest ein bisschen beruhigen: "Nach dem jetzigen Stand der Erkenntnisse, sind bei Kindern unter zwölf Jahren kaum Coronavirus-Fälle mit ernsten Komplikationen bekannt." Auch Todesfälle seien - nach jetzigem Erkenntnisstand - in dieser Altersgruppe nicht aufgetreten. Bei gesunden Kindern ohne Vorerkrankungen gebe es also keinen Grund zu großer Sorge.

Anders sei es hingegen bei Kindern mit schweren Lungenerkrankungen. "Wir wissen noch nicht, welche Auswirkungen das Coronavirus zum Beispiel bei Kindern mit Mukoviszidose oder anderen schweren Erkrankungen haben kann." Über solche Fälle habe man einfach noch kaum Erkenntnisse. Bei solchen Kindern könnten besondere Vorsichtsmaßnahmen angebracht sein, sollte es zu einem größeren Ausbruchsgeschehen im Saarland kommen.

Ratschlag: Wartezimmer meiden

Der wichtigste Ratschlag für besorgte Eltern: "Gehen Sie nicht immer sofort bei einem Infekt zum Kinderarzt oder zum Notdienst", so Brixius. Denn in einem vollen Wartezimmer einer Praxis oder Klinik setze man die Kinder unnötigen Ansteckungsrisiken aus. Dies habe der Fall eines Kindes, das Anfang Januar mit Masern in einer Saarbrücker Notaufnahme saß, gezeigt.

Eltern sollten unbedingt die Faustregel beherzigen: "Nur wenn es dem Kind wirklich schlecht geht, oder es sich sehr unwohl fühlt, dann sollte man den Kinderarzt aufsuchen." Bei normalen Atemwegsinfekten sei hingegen vor allem Geduld gefragt. Das Kind sollte sich zuhause in Ruhe auskurieren. Die meisten Erkältungen dauerten mindestens eine Woche. "Nach zwei Tagen bereits zum Arzt zu gehen, wenn das Kind ansonsten fit ist, bringt nichts", so der Kinderarzt.

Und: "Auch wenn es noch so banal klingt: Auch bei Kindern sollte man auf die Händehygiene achten," sagt Brixius. Richtiges Händewaschen könne man schon mit Kindergartenkindern ausgiebig üben. Älteren Kindern könne man zudem weitere Vorsichtsmaßnahmen wie das Husten und Niesen in die Armbeuge beibringen.

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