Der Kinderarzt Dr. med. Benedikt Brixius (Foto: Foto: Benedikt Brixius)

"Alle Erwachsenen sollten sich impfen lassen"

  13.07.2021 | 09:52 Uhr

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte im Saarland hat an die Erwachsenen appelliert, sich unbedingt impfen zu lassen. Nur so könnten erneute Schulschließungen und dadurch eine weitere Zunahme psychischer Probleme bei Kindern vermieden werden.

Kinder und Jugendliche hätten während der Pandemie mit Masken im Unterricht und regelmäßigen Abstrichen mehr geleistet als andere Gruppen, sagte Verbandssprecher Benedikt Brixius dem SR. Gleichzeitig gebe es immer noch viele Erwachsene, die sich nicht an die entsprechenden Maßnahmen hielten.

"Worst-Case-Szenario" Schulschließungen

„Es kann ja nicht sein, dass wir die Kinder immer wieder beeinträchtigen und gleichzeitig laufen Erwachsene ohne Maske herum – denken Sie an die 60.000 Zuschauer im Wembley-Stadion. Das gilt es eigentlich erst einmal umzusetzen, bevor wir die Schulen wieder zu machen“, so Brixius. Erneute Schulschließungen würden das „Worst-Case-Szenario“ darstellen.

Vermehrt psychische Probleme

Kinderarzt Brixius: "Jeder Zweite spricht uns auf die Impfung an"
Audio [SR 3, Interview: Michael Friemel, 13.07.2021, Länge: 04:39 Min.]
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Der Mediziner wies darauf hin, dass bei Kindern bedingt durch die Pandemie psychische Erkrankungen stark zugenommen hätten. „Die Kollateralschäden, die dadurch entstanden sind, sind enorm. Es geht da nicht nur um Übergewicht. Bei den Jugendlichen stelle ich vermehrt psychische Probleme wie Anorexien (dazu zählt zum Beispiel Magersucht, Anm. d. Red.) fest oder dass sich Kinder ritzen. Das nimmt leider deutlich zu.“ Daher sollten sich Erwachsene impfen lassen, „damit es für die Kinder nicht noch einmal so schlecht läuft“.

Bei Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche rät Brixius, sich an die Empfehlung der Ständigen Impfkommission zu halten und nur bestimmte Risikogruppen zu impfen - zum Beispiel Kinder mit Trisomie 21 oder mit neuromuskulären Erkrankungen. „Bei den Kindern, die gesund sind, empfehle ich derzeit eigentlich abzuwarten, weil wir noch zu wenig wissen über die Nebenwirkungen", sagte Brixius.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 13.07.2021 berichtet.

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