Einsatzkräfte von der Polizei im Einsatz nach einer Amokfahrt in der Trierer Innenstadt (Foto: dpa/Harald Tittel)

Trierer Amokfahrer soll bis zu 90 km/h in Fußgängerzone gefahren sein

  19.04.2022 | 13:35 Uhr

Im Prozess um die Amokfahrt in Trier im Dezember 2020 hat am Dienstag ein KfZ-Sachverständiger vor Gericht sein Gutachten vorgelegt. Demnach war der mutmaßliche Amokfahrer mit 75 bis 90 Kilometern pro Stunde unterwegs. Bei seiner Fahrt durch die Fußgängerzone waren fünf Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden.

Der mutmaßliche Amokfahrer von Trier war laut einem neuen Gutachten am 1. Dezember 2020 mit einer Geschwindigkeit von 75 bis 90 Kilometern pro Stunde durch einen Abschnitt der Fußgängerzone in Trier gerast. Das hat der vom Trierer Landgericht bestellte Kfz-Sachverständige am Dienstag vor Gericht ausgesagt.

Der Geländewagen des mutmaßlichen Täters habe außerdem keinerlei technische Mängel gehabt, die ein Abbremsen oder Lenken des Autos unmöglich gemacht hätten. Lediglich ein Ausgleichsbehälter der Kühlflüssigkeit sei beschädigt gewesen, was aber keinen Einfluss auf die Fahrt am Tattag gehabt hätte.

Anklage wegen Mord in fünf Fällen

Bei der Amokfahrt durch die Fußgängerzone in der Trierer Innenstadt waren im Dezember 2020 fünf Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Angeklagt ist ein 52-jähriger Deutscher.

Er soll durch die Fußgängerzone gerast sein und gezielt Menschen angefahren haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm fünffachen Mord und versuchten Mord in 18 Fällen vor. Der Angeklagte hat sich bislang nicht geäußert.

Gedenkveranstaltung zum Jahrestag

Der Prozess ist bis zum 26. April angesetzt. Allerdings sollen offenbar weitere Zusatztermine hinzukommen.

Zum Jahrestag der Amokfahrt hatte es eine Gedenkveranstaltung in Trier gegeben. Unter anderem fand ein ökumenischer Gottesdienst statt.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 19.04.2022 berichtet.

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