Hund beim Tierarzt (Foto: Pixabay/jaminriverside)

Keine Notlage bei Blutspenden in Tierklinik

Axel Wagner   06.01.2020 | 20:42 Uhr

Die Tierklinik Elversberg hat einer Meldung widersprochen, wonach dringend Blutspenden benötigt würden. Ein entsprechender Aufruf war am Wochenende in sozialen Netzwerken verbreitet worden.

In einem Text, der mehrfach verbreitet wurde, hieß es die Klinik brauche dringend Hunde für Blutspenden. Grund sei eine angebliche Zunahme von Vergiftungen bei Hunden im Raum Kaiserslautern. In der Tierklinik selbst ist davon allerdings nichts bekannt. Tierärztin Monika Rieger sagte dem SR, die Aktion sei nicht von der Klinik ausgegangen und habe das Team überrascht. Zahlreiche Hundehalter seien teils von weit her gekommen, um zu spenden.

Video [aktueller bericht an Neujahr, 01.01.2020, Länge: 3:55 Min.]
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Rieger sagte auch, bei den wenigsten Vergiftungsfällen seien Bluttransfusionen notwendig, etwa bei starken Blutungen aufgrund von Rattengift. In Elversberg seien aber keine Vergiftungsfälle aus dem Kreis Kaiserslautern aufgelaufen.

Keine Spenden von Hunden aus dem Ausland

Einzelne Nutzer kritisierten bei dem privaten Aufruf auch die – zutreffenden – Kriterien, wonach Hunde aus dem Ausland oder mit längerem Auslandsaufenthalt nicht spenden dürfen. Das begründet die Klinik neben rechtlichen Aspekten, wie in Deutschland vorgeschriebenen Impfungen, auch mit im Ausland vorkommenden Krankheiten, etwa den sogenannten "Mittelmeerkrankheiten". Diese haben eine Inkubationszeit von bis zu sieben Jahren und sind bis dahin auch im Blut nicht nachweisbar.

Blutspenden, die in der Elversberger Tierklinik abgegeben werden, dürfen aus rechtlichen Gründen auch nur dort verwendet werden.

Über dieses Thema hat auch der SAARTEXT vom 06.01.2020 berichtet.

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