Eine Pflegerin schiebt eine Frau im Rollstuhl. (Foto: picture alliance/Tom Weller/dpa)

Besuche im Pflegeheim weiter nur eingeschränkt möglich

  13.11.2020 | 15:16 Uhr

Die Besuchsmöglichkeiten in Alten- und Pflegeheimen werden nicht ausgeweitet. Grund dafür sind die steigenden Infektionszahlen. Die Alten- und Pflegeheime hatten sich in der Pandemie immer wieder als sogenannte Corona-Hotspots erwiesen. Die Saarländische Pflegegesellschaft sieht die Heime aber besser gerüstet als noch im Frühjahr.

„Der Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen steht bei den getroffenen Maßnahmen für die gesamte Landesregierung an erster Stelle“, sagte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU). Derzeit sind Besuche in Pflegeeinrichtungen nur eingeschränkt im Rahmen individueller Besuchskonzepte möglich. Ausnahme gibt es für seelsorgerische Besuche oder auch in Sonderfällen.

Die Möglichkeit, Angehörige zu besuchen, soll so lange wie möglich bestehen bleiben. "Regelmäßige Besuche sind für die Bewohnerinnen und Bewohner emotional von großer Bedeutung", so die CDU-Politikerin. Nach dem geltenden Rahmenplan des Gesundheitsministeriums sollen alle Einrichtungen Besuche nach ihren räumlichen Möglichkeiten anbieten. Das sei eine Gratwanderung zwischen sozialer Teilhabe und Schutz vor Krankheit, sagte der Geschäftsführer der Saarländischen Pflegegesellschaft, Jürgen Stenger, im SR-Interview.

Heime besser vorbereitet

Pflegegesellschaft: „Die Situation in den Pflegeheimen ist angespannt“
Audio [SR 3, Interview: Renate Wanninger, 13.11.2020, Länge: 08:37 Min.]
Pflegegesellschaft: „Die Situation in den Pflegeheimen ist angespannt“

Die Situation in den Pflegeheimen sei angespannt. In rund einem Viertel aller 160 Einrichtungen im Land gibt es Einzelfälle von Corona-Infektionen, fünf Heime sind sogenannte Hotspots mit gehäuften Fällen, insgesamt rund 80 Mitarbeitende und 142 Bewohner gelten als infiziert.

Im Vergleich zur Gefährdungslage im Frühjahr seien die Heime aber jetzt besser vorbereitet. Desinfektionsmittel und Schutzkleidung seien jetzt überall ausreichend vorgehalten, ebenso wie neue Schutzkonzepte. Die sollen vor allem verhindern, dass die Bewohner wieder gänzlich isoliert werden, wie sie das im ersten Lockdown waren.

Lafontaine fordert Nachbesserung

Der Linken-Fraktionsvorsitzende Oskar Lafontaine fordert unterdessen von der Landesregierung, Alternativen zu den strengen Besuchs- und Ausgangsbeschränkungen in Senioren- und Pflegeheimen zu suchen. Auch gutgemeinte Schutzmaßnahmen könnten schaden, indem sie Menschen einsam und krank machten.

"Es braucht Konzepte, um wieder mehr soziale Kontakte und mehr Begegnungen zu ermöglichen. Der Besuch eines sterbenden Angehörigen muss überall und zu jeder Zeit möglich sein. Vor allem der Einsatz von Schnelltests muss genutzt werden, um den Besuch älterer Menschen in Alten- und Pflegeheimen, vor allem Sterbender, jederzeit möglich zu machen. Auch die vom VdK vorgeschlagenen Besuchszimmer in den Heimen, um bei Familientreffen Privatsphäre zu bewahren, wären eine Lösung", betonte Lafontaine.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Runschau am 13.11.2020 berichtet.

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