Eingangsbereich der Kinder- und Jugendpsychatrie an der Uniklinik in Homburg (Foto: dpa/Oliver Dietze)

Missbrauchsskandal hat keine Konsequenzen für früheren Chefarzt

Barbara Spitzer   12.11.2021 | 18:00 Uhr

Der Skandal um mutmaßlichen Missbrauch von Kindern an der Uniklinik in Homburg bleibt für den damaligen Vorgesetzten des mutmaßlichen Täters ohne Konsequenzen. Der frühere Chefarzt der Homburger Kinder- und Jugendpsychiatrie darf seine Zulassung als Arzt behalten.

Der frühere Chefarzt der Homburger Kinder- und Jugendpsychiatrie, Alexander von Gontard, darf seine Zulassung als Arzt behalten. Bei der Überprüfung seiner Approbation sei weder Unwürdigkeit noch Unzuverlässigkeit festgestellt worden, so das Gesundheitsministerium auf SR-Anfrage.

Video [aktueller bericht, 12.11.2021, Länge 3:06 Min.]
Missbrauchsskandal hat keine Konsequenzen für früheren Chefarzt

Betroffene wütend

Bei Betroffenen löste die Entscheidung Wut und Entsetzen aus, berichtet Opferanwältin Claudia Willger dem SR. Der damalige Chefarzt habe trotz Hinweisen auf möglichen Missbrauch die Kinder nicht geschützt. Anwältin Willger appellierte an die 300 möglichen Betroffenen, jetzt erst recht mit der neuen Aufarbeitungskommission zusammen zu arbeiten.

Arzt arbeitet nun in der Schweiz

Zuvor war bereits ein Disziplinarverfahren der Staatskanzlei als Dienstaufsicht gegen den früheren Chefarzt eingestellt worden. Seit Februar ist von Gontard in der Schweiz als Chefarzt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie tätig. Dort darf er nun ohne Auflagen arbeiten.

Über dieses Thema berichtet auch die Rundschau auf SR 3 am 12.11.2021.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja