Gefrorene Rieslingtrauben vor der Eisweinlese (Foto: dpa / picture alliance)

Eisweinlese fällt erstmals aus

  02.03.2020 | 10:29 Uhr

Kein einziger Winzer in Deutschland hat in diesem Jahr Eiswein hergestellt. Dafür waren die Temperaturen zu mild. Wie der Saarländische Winzerverband dem SR mitteilte, waren im vergangenen Jahr an der Saar noch 200 Liter Eiswein gelesen worden.

"Der Weinjahrgang 2019 wird hierzulande als der erste Jahrgang in die Geschichte eingehen, in dem die Eisweinlese bundesweit ausgefallen ist", sagt Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut (DWI) in Bodenheim bei Mainz. In keinem der 13 deutschen Weinbaugebiete sei die für eine Eisweinlese erforderliche Temperatur von mindestens minus sieben Grad Celsius erreicht worden.

"Wenn sich die warmen Winter in den nächsten Jahren häufen, dürften Eisweine aus den deutschen Weinregionen bald eine noch kostbarere Rarität werden, als sie es sowieso schon sind", erklärte Büscher. Die Bedingungen für die Eisweinproduktion seien bereits in den vergangenen Jahren schon öfter nicht optimal gewesen. Zumindest punktuell hätten aber immer noch gefrorene Trauben für die edelsüße Spezialität geerntet werden können, erklärte das Institut.

Kälteeinbruch könnte Reben schädigen

Momentan befinden sich die Reben nach Angaben des Winzerverbandes aufgrund des milden Wetters bereits in einer Voraustriebsphase. Es sei wichtig, dass das Wetter jetzt nicht wärmer und dann wieder kälter werde. Sonst könne es wie bereits im vergangenen Jahr zu großflächigen Erfrierungen an den Reben kommen. 

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 02.03.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja