Ein Katalysator unter einem Auto. (Foto: IMAGO / TT)

Vermehrt Diebstähle von Katalysatoren im Saarland

  22.04.2022 | 08:12 Uhr

Im Saarland sind in den vergangenen Monaten vermehrt Katalysatoren von Fahrzeugen gestohlen worden. Die Polizei spricht von einem europaweiten Phänomen. Der Grund: Die hohen Preise für Edelmetalle.

Erst in der Nacht zu Donnerstag sind wieder in zwei Orten im Saarland Katalysatoren von Pkws gestohlen worden. In Bexbach wurden auf dem Gelände einer Autowerkstatt bei drei Fahrzeugen die Katalysatoren mit hydraulischem Werkzeug von den Fahrzeugen gelöst und entwendet. Ein weiterer Fall ereignete sich in St. Wendel.

Aber auch in weiteren Städten im Saarland hat es in diesem Jahr bereits mehrere Diebstähle von Katalysatoren gegeben. Unter anderem wurden Mitte Februar 28 Katalysatoren in Malstatt geklaut.

Die Diebe seien hinter den Edelmetallen in den Katalysatoren her, erklärte Polizeisprecher Stephan Laßotta dem SR. Die Preise für Edelmetalle seien stark gestiegen. Die erbeuteten Autoteile werden zum Beispiel an Altmetallhändler weiterverkauft.

Zusammenhang zwischen Taten unklar

Ob es zwischen den Fällen im Saarland einen Zusammenhang gibt oder sich eine Serie dahinter versteckt, kann die Polizei nicht sagen. „Die Täter hinterlassen so gut wie keine Spuren“, so Laßotta. Denn es sei sehr einfach, die Katalysatoren auszubauen.

Eine Serie könne man nur feststellen, wenn ein Dieb oder eine Diebin bei der Tat erwischt werde. Alternativ sei es teilweise auch möglich, zum Beispiel über Seriennummern der Katalysatoren herauszufinden, wo sie gestohlen wurden. Das setze allerdings voraus, dass die Beute gefunden werde und in einem verwertbaren Zustand sei.

78 Katalysatoren sichergestellt

Generell sei in ganz Europa zu beobachten, dass vermehrt Katalysatoren gestohlen werden. In Deutschland sind laut ADAC Straßenwacht 2020 420 Katalysatoren gestohlen worden. 2021 waren es demnach mehr als doppelt so viele, insgesamt mehr als 950.

Am Mittwoch hat die Polizei zum Beispiel an der niederländischen Grenze einen 35-Jährigen aus dem Verkehr gezogen, der in seinem Fahrzeug 78 Katalysatoren mit sich führte.

Katalysatoren nicht mehr zuzuordnen

Der mutmaßliche Dieb gab laut Bundespolizei an, die Katalysatoren bei einem Freund in Belgien gekauft zu haben, konnte dafür aber keine Beweise vorzeigen. Er wurde dem Haftrichter beim Amtsgericht in Krefeld vorgeführt.

Die Bundespolizei betonte auf SR-Anfrage, dass man keinen Zusammenhang zu den Vorfällen im Saarland feststellen könne. Der Weg der Ermittlungen sei sehr schwierig, weil die Katalysatoren oft nicht mehr zuzuordnen seien, beispielsweise auf Grund von Rost. Auszuschließen sei ein Zusammenhang daher ebenso wenig.

Über dieses Thema hat auch "UNSERDING Mittag" am 21.04.2022 berichtet.

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