Der närrische Umzug 2020 in Spiesen-Elversberg (Foto: SR/Pasquale D'Angiolillo)

Diskussion um Absage der Fastnacht

  19.08.2020 | 16:06 Uhr

Die Äußerungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), den Karneval in dieser Session ausfallen zu lassen, haben bundesweit für Diskussionen gesorgt. Die Karnevalisten wollen keine Komplettabsage zu diesem Zeitpunkt.

"Die Fasend absagen ist zu sehr schwarz-weiß gedacht"
Audio [SR 3, Interview: Christian Job / Oliver Buchholz, 19.08.2020, Länge: 03:27 Min.]
"Die Fasend absagen ist zu sehr schwarz-weiß gedacht"

Spahn hatte am Dienstag in einer Telefonkonferenz mit Mitgliedern des Gesundheitsausschusses des Bundestages für eine Absage der Karnevalsveranstaltungen plädiert. Die „Rheinische Post“ zitiert Spahn mit den Worten, er stamme selbst aus einer Karnevalshochburg und wisse um dessen große Bedeutung für Millionen Menschen. „Aber ich kann mir Karneval in diesem Winter, mitten in der Pandemie, schlicht nicht vorstellen. Das ist bitter, aber so ist es.“

Karnevalsverbände gegen Komplettabsage

Der Präsident des Bunds Deutscher Karneval (BDK), Klaus-Ludwig Fess, sprach sich gegen eine Komplettabsage aus. „Es ist im August viel zu früh, Veranstaltungen abzusagen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Einer Pauschalabsage der Session können wir nicht zustimmen.“ Ähnlich hatte sich zuvor bereits das Festkomitee Kölner Karneval geäußert.

Fastnacht und Corona
Video [SR Fernsehen, aktueller bericht, 19.08.2020, Länge: 00:58 Min.]
Fastnacht und Corona

Im Saarland ist die Situation derzeit unterschiedlich. Während der Karnevalsverein „Grüne Nelke“ aus Dudweiler etwa alle Veranstaltungen abgesagt hat, will der Saarbrücker Verein „Mr sin nit so“ seine Session nach bisherigem Stand wie geplant durchführen.

Der Verband Saarländischer Karnevalsvereine (VSK) sucht ebenfalls nach Wegen, die Fastnacht trotz der Corona-Pandemie stattfinden zu lassen. VSK-Präsident Hans-Werner Strauß stimmte Spahns Äußerungen zwar zu, allerdings nur mit Blick auf Großveranstaltungen mit mehreren Tausend Besuchern. „Es muss durchaus möglich sein, unter Einhaltung aller Hygienekonzepte und behördlichen Auflagen, dass wir kleinere Veranstaltungen mit festem Publikum in festen Sälen machen können“, sagte Strauß dem SR.

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