Kardinal Reinhard Marx (Foto: picture alliance/dpa | Peter Kneffel)

Kardinal Marx bietet Rücktritt an

  04.06.2021 | 18:52 Uhr

Der Münchner Erzbischof Kardinal Marx hat seinen Rücktritt angeboten. Nach Angaben des Münchner Bistums zog der 68-Jährige damit Konsequenz aus dem Umgang mit Missbrauchsfällen in der Kirche. Der Verein Missbrauchsopfer und Betroffene im Bistum Trier hält den Rücktritt für richtig.

Kardinal Marx hat ein Rücktritts-Gesuch an den Papst gerichtet. In einem Brief an Papst Franziskus schrieb er, die katholische Kirche sei an einem toten Punkt angekommen, der zugleich Wendepunkt werden könne.

Video [aktueller bericht, 04.06.2021, Länge: 2:34 Min.]
Reaktion auf Rücktrittsangebot von Kardinal Marx

"Rückzug von Marx ist strategisches Vorgehen"
Audio [SR 3, Interview: Renate Wanninger/Herrmann Schell, 04.06.2021, Länge: 03:53 Min.]
"Rückzug von Marx ist strategisches Vorgehen"

Die Untersuchungen der Missbrauchsskandale hätten gezeigt, dass ihnen auch ein Versagen der Institutionen zugrunde liege. Manche in der Kirche wollten dies jedoch nicht wahrhaben. Er hingegen sei bereit, persönlich Verantwortung zu übernehmen. Kardinal Marx war bis 2020 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

Hermann Schell, Mitglied im Verein Missbrauchsopfer und Betroffene im Bistum Trier, hält die Entscheidung von Marx für richtig. Es sei wichtig, dass er Verantwortung für das Geschehene in der Kirche übernehme. "Viele seiner Bischofskollegen sollten diesen Schritt auch gehen", so Schell. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann bezeichnete das Rücktritts-Gesuch von Marx als "starkes Zeichen".

Verschärftes Kirchenrecht

Erst in dieser Woche hatte die katholische Kirche einen Artikel gegen Kindesmissbrauch durch Priester ins Kirchenrecht aufgenommen. Die Ergänzung war seit Langem von Opferverbänden gefordert worden. 

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 04.06.2021 berichtet.

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