Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus) (Foto: dpa/picture Alliance/Blickwinkel/Malcolm Schuyl/FLPA)

Kamber- und Signalkrebse dominieren in Saar-Gewässern

Axel Wagner   27.11.2018 | 11:22 Uhr

Heimische Krebsarten wie der Stein- oder Edelkrebs sind in saarländischen Gewässern fast vollständig ausgerottet. Grund ist nach Angaben des Fischereiverbandes Saar die Ausbreitung amerikanischer Krebsarten wie etwa der Kamber- und der Signalkrebs. Diese hätten die Krebspest eingeschleppt, eine für den Menschen ungefährliche Pilzerkrankung, gegen die einheimische Arten aber nicht resistent sind.

Vor allem die Kamberkrebse sind in Saar, Prims und auch in vielen Teichen „relativ stark vertreten“, so Sebastian Hoffmann, Biologe beim Fischereiverband. Der Signalkrebs, ebenfalls eine robuste Art, bevorzuge Fließgewässer, vor allem die Nebengewässer der Saar. „Das ist bei uns eine der häufigsten Arten.“

Wie die beiden amerikanischen Flusskrebsarten ins Saarland kamen – wohl schon in den 90er Jahren – ist unklar. Der Fischereiverband versucht, die Populationen zumindest unter Kontrolle zu halten. Sowohl Kamber- als auch Signalkrebs sind nach Angaben des Fischereiverbandes essbar und lassen sich gut fangen und zubereiten. Gleichzeitig versuchen Fischer seit Jahren, den eigentlich einheimischen Edelkrebs wieder anzusiedeln. In einer Weiheranlage im Nordsaarland werden die Tiere gezüchtet und dann in andere krebspestfreie Stillgewässer ausgesetzt.

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