Kältebus Saarbrücken (Foto: Hilfe für obdachlose Menschen im Winter e.V.)

Neuer Kältebus wärmt Obdachlose

Sandra Schick   09.12.2019 | 19:27 Uhr

Seit Montag steht der Saarbrücker Kältebus wieder am Römerkastell. Neu ist in diesem Jahr das Herzstück des Projektes: der Bus. Mit ihrem Angebot geht die Hilfsaktion für Obdachlose bereits in das sechste Jahr.

Kein Obdachloser soll im Winter draußen erfrieren - das war und ist die ursprüngliche Idee des Kältebus-Konzepts. "Im Winter 2013 waren in Saarbrücken zwei Obdachlose auf den Straßen erfroren", berichtet der zweite Vorsitzende des Vereins Kältebus Saarbrücken, Linus Blacha. Das sei die Initialzündung für die Idee zum Saarbrücker Kältebus gewesen.

2014 startete das Projekt

Im Jahr darauf, 2014, stand erstmals ein beheizter Bus für Obdachlose bereit. "Damals ging alles sehr improvisiert zu", erinnert sich Blacha. "Wir hatten nur einen Monat Vorbereitungzeit, der Bus wurde zunächst mit Heizlüftern beheizt." Dann habe sich jedoch alles sehr schnell entwickelt. "Wir bekamen relativ schnell Unterstützung von freiwilligen Helfern, so dass wir neben warmen Getränken auch Essen anbieten konnten."

Video [aktueller bericht, 09.12.2019, Länge: 7:02 Min.]
Nachrichten ab Min. 18:05

"Kältebus bedeutet Überleben" - Reportage aus dem Bus
Audio [SR 1, (c) Simin Sadeghi, 04.01.2019, Länge: 02:28 Min.]
"Kältebus bedeutet Überleben" - Reportage aus dem Bus

Inzwischen geht der Kältebus in seine sechste Saison. Er steht seit 2015 am Römerkastell. Rund 100 Helfer sind während der Wintermonate im Einsatz, um den Bus täglich von 21.00 Uhr bis 6.00 Uhr für Bedürftige öffnen zu können. Und das klappt "erstaunlich reibungslos", erzählt Blacha. "Unsere Helfer sind recht zuverlässig, sodass es seit dem Bestehen keine einzige Nacht gab, in der der Bus nicht geöffnet war." Erst recht erstaunlich, wenn man bedenkt, dass der Verein selbst nur 40 Mitglieder hat.

Zwischen zehn und 15 Personen nutzen den Bus in normalen Nächten als Schlafunterkunft. In sehr kalten Nächten könnten es auch schon mal 20 bis 25 werden, erzählt Blacha. "Dazu kommen rund 50 bis 80 Menschen, die wir mit Essen versorgen und die nur ein paar Stunden bleiben, um sich aufzuwärmen."

Neuer Bus in diesem Jahr

In diesem Jahr gibt es eine Reihe von Neuerungen. Weil der alte Bus marode war, bekam der Verein vom Frankfurter Flughafen einen neuen Gelenkbus gespendet. Außerdem wird künftig ein kleiner Bauwagen als Küchenwagen vor Ort stehen, in dem die Helfer das Essen zubereiten können.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 09.12.2019 berichtet.

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