Ein Pfleger schiebt ein Bett über einen Krankenhausflur (Foto: Daniel Bockwoldt/dpa)

Krankenhaus-Pflegekräfte sollen Corona-Prämie bekommen

Steffani Balle /Onlinefassung: Sandra Schick   03.09.2020 | 15:16 Uhr

Pflegekräfte im Krankenhaus sollen nun auch eine Anerkennungsprämie für die Belastungen während der Corona-Pandemie erhalten. Darauf haben sich Krankenkassen und Krankenhäuser mit dem Bundesgesundheitsminister verständigt. Die Gewerkschaft Verdi übt jedoch heftige Kritik.

Video [aktueller bericht, 03.09.2020, Länge: 2:31 Min.]
Lösung für Krankenhauspersonal in Sicht

Für die Krankenhaus-Pflegekräfte im Saarland soll es eine gestaffelte Anerkennungsprämie von bis zu 1000 Euro geben. Wie genau die verteilt und wann sie ausgezahlt wird, verabredet die Saarländische Krankenhausgesellschaft in den kommenden Tagen mit den einzelnen Trägern, sagte der Geschäftsführer der SKG Thomas Jakobs auf SR-Anfrage.

Wer während der Pandemie mehr Belastung hatte, soll auch mehr Geld bekommen. Seit die Altenpfleger im Land eine Corona-Prämie erhalten haben, hatte sich in der Krankenpflege Unmut geregt, weil das Personal im Krankenhaus eine solche Prämie nicht bekommen sollte.

Kritik von Verdi und der Arbeitskammer

Die Gewerkschaft Verdi äußert deutliche Kritik an der jetzt gefundenen Lösung. Der Pflegebeauftragte Michael Quetting teilte mit, es würden zu wenige Beschäftigte von dem Bonus profitieren, nämlich nur rund ein Viertel der Pflegekräfte in Krankenhäusern. Und das auch nur in Kliniken, die eine bestimmte Mindestzahl von Covid-19-Fällen versorgt hätten. Es seien aber alle Beschäftigten im Gesundheitswesen systemrelevant.

Auch die Verteilung der Gelder und die Tatsache, dass die gesetzlichen Krankenkassen dafür aufkommen sollen, kritisiert Quetting. Außerdem müsse allen klar sein, dass eine dauerhafte Aufwertung der Berufe im Gesundheitswesen insgesamt nach höheren Tarifen verlange.

Auch die Arbeitskammer des Saarlandes kritisierte die Deckelung auf eine Anzahl von 100.000 Beschäftigten. Diese erscheine "willkürlich".

Über dieses Thema berichten auch die SR-Hörfunknachrichten vom 03.09.2020.

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