Jürgen Rissland (Foto: SR)

Risiko durch Großveranstaltungen bleibt hoch

  02.06.2020 | 19:08 Uhr

Im Laufe des Monats sollen die Corona-Maßnahmen im Saarland weiter gelockert werden. Wie sich das auf die Infektionszahlen auswirken wird, ist ungewiss. Vor allem größere Veranstaltungen, bei denen Hygieneregeln außer Acht gelassen werden, könnten aber zum Problem werden, so der Virologe Dr. Jürgen Rissland im SR-Interview.

Auch nach Lockerungen weiter die Hygieneregeln beachten
Audio [SR 1, (c) Julia Lehmann, Dr. Jürgen Rissland, 02.06.2020, Länge: 03:31 Min.]
Auch nach Lockerungen weiter die Hygieneregeln beachten

Ab Montag öffnen die Kitas im Saarland wieder schrittweise, auch in den Schulen hat für für immer mehr Schulklassen der Unterricht der Unterricht wieder begonnen. Dass es dadurch zu einem Anstieg der Infektionszahlen kommen könnte, kann der Virologe Dr. Jürgen Rissland von der Uniklinik in Homburg nicht ausschließen.

Bislang seien die Lockerungen der Coronamaßnahmen allerdings glimpflich verlaufen. Es habe keinen gravierenden Anstieg gegeben. Trotzdem müsse man die Augen offen halten, so Rissland im SR-Interview. Da die Kinder selbst häufig nicht selbst am Coronavirus erkrankten, sei es wichtig zu beobachten, ob sich in den Familien der betroffenen Kinder, Infektionsfälle häufen.

Maske freiwillig tragen

Als gefährlich schätzt Rissland hingegen große Veranstaltungen ein, bei denen viele Menschen zusammenkommen und die Hygienemaßnahmen missachtet werden. Auch im privaten Raum sollten Hygieneregeln eingehalten werden. Ab dem 15. Juni sind unter freiem Himmel wieder Veranstaltungen bis hundert Personen, in geschlossenen Räumen bis 50 Personen, unter strengen Auflagen möglich. Der Virologe empfiehlt bei Treffen im privaten Raum freiwillig eine Maske zu tragen, wenn Angehörige von Risikogruppen anwesend sind.

Bundesweit ist die sogenannte Reproduktionszahl zuletzt auf einen Wert von 1,2 angestiegen. Der R-Wert gibt an wie viele Menschen ein mit dem Coronavirus Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Der kritische Wert liegt bei 1. Für das Saarland hat der bundesweite Anstieg laut Rissland hingegen wenig Bedeutung. Der vom RKI ausgegebene Wert sei für kleine Anstiege der Infektionszahlen sehr anfällig. Im Saarland werde hingegen eine andere Berechnungsmethode genutzt. Sie sei weniger anfällig für kleine Veränderungen. Deshalb liege man hier noch deutlich unter dem kritischen Wert von 1.

Über dieses Thema hat auch die Sendung "Stand der Dinge" auf SR 1 am 02.06.2020 berichtet.

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