Martin Voss (Foto: picture alliance / dpa | Privat)

"Ein Angriffskrieg dieser Art erschien undenkbar"

  24.02.2022 | 15:43 Uhr

Durch die aktuellen Entwicklungen im Russland-Ukraine-Konflikt ist auch bei den Menschen in Deutschland die Verunsicherung zum Teil groß. Man sei auf diese Situation nicht vorbereitet gewesen, sagt der Katastrophenforscher Martin Voss im SR-Interview. Er rät dazu, sich nicht ausschließlich auf das Thema zu konzentrieren, sondern sich auch mit Alltäglichem zu beschäftigen.

Die aktuelle Situation in der Ukraine sorge für große Verunsicherung, sagt der Katastrophenforscher der Freien Universität Berlin, Professor Martin Voss im SR-Interview. Mit dieser Entwicklung habe niemand gerechnet.

"Wir sind da mental überhaupt nicht drauf vorbereitet, ein Angriffskrieg dieser Art erschien ja spätestens seit 1989 im Grunde genommen undenkbar. Das hatten wir nicht auf unserem Erwartungshorizont", so Voss. Auch Behörden und die Politik hätten "diese Art des Überfalls" nicht als wahrscheinlich betrachtet und seien nur bedingt darauf vorbereitet.

Nicht zu stark fokussieren

Eine pauschale Lösung, wie man am besten mit seinen Ängsten umgehen kann, gibt es laut Voss nicht. Er sieht insgesamt die Gefahr, dass man sich zu sehr auf das Thema konzentriert.

Katastrophenforscher Voss: Jeder geht mit Angst anders um
Audio [SR 1, (c) Frank Falkenauer, 24.02.2022, Länge: 03:33 Min.]
Katastrophenforscher Voss: Jeder geht mit Angst anders um

"Wir haben natürlich alle das ganz große Bedürfnis darüber mehr zu erfahren, und das birgt glaube ich die Gefahr, dass man sich zu sehr darauf konzentriert, dass man dann im Grunde genommen eigentlich nur noch Nachrichtensendungen en bloc schaut und da ist es sicherlich gut, sich auch wieder rauszubewegen aus dieser Schleife", sagt Voss.

Er empfiehlt deshalb sich auch mit alltäglichen Dingen und seinem Umfeld zu beschäftigen. Es könne auch helfen, die eigenen Vorräte aufzustocken. Das gebe Sicherheit.

Liveblog auf tagesschau.de

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja