Foto: Pasquale D'Angiolillo

"Der Bereich Kinderbuch hat sich gut entwickelt"

Jan Henrich   02.04.2021 | 08:40 Uhr

Bei Kindern und Jugendlichen das Interesse am Lesen wecken. Mit diesem Ziel wird seit über 50 Jahren am 2. April der Internationale Kinderbuchtag gefeiert. Gelegenheit für einen Blick auf die Lage in saarländischen Buchhandlungen nach einem Jahr Pandemie.

Noch etwas verhalten ist die Stimmung seitdem die Geschäfte wieder öffnen dürfen, erklärt Anne Treib. Doch man merke, dass die Kunden sich freuen, wieder vor Ort zu sein und durch die Bücherregale zu stöbern.

Internationaler Kinderbuchtag

Der Internationale Kinderbuchtag wird seit 1967 jährlich am 2. April begangen, dem Geburtstag des bekannten dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen. Ziel des Aktionstages ist es, Kindern weltweit den Zugang zu Literatur zu erleichtern und die Freude am Lesen zu wecken.

Wie für viele Geschäfte im Einzelhandel war das vergangene Jahr auch für Buchläden nicht einfach. Doch man habe sich helfen können. Insbesondere die Online-Angebote hätten dabei eine große Rolle gespielt. Treib bietet mit ihrer Buchhandlung in Lebach schon seit längerem einen eigenen Shop im Internet an. Gerade im vergangenen Jahr seien viele Kunden darauf aufmerksam geworden.

Das hat den Lockdown zwar nicht vollständig aufgefangen, doch zumindest etwas abgefedert, sagt Treib. Erfreulich sei, dass der Kinderbuchbereich sich gut entwickelt habe. Sie hat den Eindruck, Kinder würden wieder mehr lesen.

Ein Minus von 8,7 Prozent im stationären Geschäft

Das bestätigen auch die Zahlen, die der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Anfang des Jahres veröffentlicht hat. Über alle Vertriebswege hinweg lag der Umsatz im Jahr 2020 demnach insgesamt 2,3 Prozent unter dem des Vorjahres. Das von den Corona-Maßnahmen besonders betroffene stationäre Geschäft schloss sogar mit einem Minus von 8,7 Prozent ab. Allerdings konnte der Bereich Kinder- und Jugendbücher als einziges Segment zulegen und verzeichnete laut Börsenverein eine Umsatzsteigerung von 4,7 Prozent.

Fantasy und Klassiker weiter beliebt

Welches Genre bei Kindern und Jugendlichen aktuell besonders angesagt ist, lasse sich dabei nur schwer ausmachen, meint Ingrid Röder von der Buchhandlung Rote Zora in Merzig. Fantasy und Klassiker gingen immer, es sei aber zudem ein Trend zu 'Geschichten aus dem echten Leben' feststellbar. Erstaunt ist Röder insbesondere von der Entwicklung bei Kindersachbüchern. Diese seien in den vergangenen Jahren immer hochwertiger geworden.

Auch sie ist der Überzeugung, dass der Stellenwert des Lesens in der Pandemie zugenommen hat. Die Geschichten ließen Kinder vom Alltag ausbrechen und in eine Fantasiewelt eintauchen.

Online-Shops kleiner Buchläden erfolgreich im Lockdown

Eine gute Sache hat laut Röder der Lockdown für die Buchläden gebracht. Vielen Kunden sei bewusst geworden, dass man auch abseits von Versandgrößen wie Amazon Bücher bestellen könne. „Die Leute sind überrascht, wie gut selbst kleine Buchläden Online-Shops anbieten“, sagt sie. Man habe während des Lockdowns ständig neue Kunden gewonnen. Der Versand ginge dabei genauso schnell, wie bei den Online-Riesen. Hinzu komme eine direktere Kommunikation mit den Kunden. Da sei es auch schon mal möglich auf Sonderwünsche einzugehen, beispielsweise Bücher als Geschenke zu verpacken.

Bald wieder Aktionen vor Ort

Ingrid Röder freut sich jedenfalls, bald wieder Veranstaltungen und Lesungen in ihrem Laden anbieten zu können. Insbesondere in diesem Jahr. Der für ihre Buchhandlung namensgebende Roman „Die Rote Zora und ihre Bande“ wird 80 Jahre alt. Röder und ihr Team planen schon fleißig, um das Jubiläum gebührend zu feiern.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja