Symbolbild: Polizei (Foto: SR / Felix Schneider)

Mutmaßliche Menschenhändlerin in Saarbrücken festgenommen

  18.08.2020 | 12:10 Uhr

Die Bundespolizei hat eine mit internationalem Haftbefehl gesuchte Thailänderin in Saarbrücken festgenommen. Ihr wird vorgeworfen, Mitglied einer kriminellen Vereinigung zu sein und Menschen aus ihrem Heimatland in die Zwangsprostitution nach Belgien geschleust zu haben.

Die 32-Jährige war mit einem Fernbus aus Mailand unterwegs, als Einsatzkräfte der Bundespolizeiinspektion Bexbach sie am Samstag am Zentralen Omnibusbahnhof in Saarbrücken festnahmen, teilte die Behörde am Dienstag mit. Der Hinweis kam von Schweizer Sicherheitsbehörden.

Gegen die Thailänderin lag ein internationaler Haftbefehl zur Auslieferung nach Belgien vor. Nach Ansicht des Gerichts in Antwerpen ist sie Mitglied einer kriminellen Vereinigung. Ihr wird in acht Fällen das Einschleusen und der Handel von jungen thailändischen Frauen und Transgenderpersonen mit dem Ziel der sexuellen Ausbeutung zur Last gelegt.

20 Jahre Haft drohen

Die jungen Opfer seien mit dem Versprechen, einen Job in belgischen Massagesalons zu bekommen, über Italien nach Europa geschleust und dort in belgischen Etablissements zur Prostitution gezwungen worden. Die Verhaftete soll innerhalb des Menschenhändlerringes als Finanzier und Organisationsleiterin tätig gewesen sein.

Die 32-Jährige wurde nach ihrer Festnahme in die JVA Zweibrücken eingeliefert und wartet dort auf die Auslieferung nach Belgien. Bei einer Verurteilung drohen ihr 20 Jahre Haft.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 18.08.2020 berichtet.

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