Krankenpflegerin auf einer Corona-Intensivstation (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Sebastian Kahnert)

Weiter viele Covid-Patienten auf Intensivstation

Thomas Gerber / Onlinefassung: Sandra Schick   10.05.2021 | 16:21 Uhr

Während bundesweit die Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen kontinuierlich sinkt, verharrt sie im Saarland auf relativ hohem Niveau. Experten raten dazu, nur noch "unumgängliche Eingriffe durchzuführen" - die Landesregierung will soweit aber zurzeit noch nicht gehen.

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten hat sich im Saarland die letzten zwei Wochen auf gut 60 eingependelt, wobei die Zahl der besonders schwer Erkrankten in der vergangenen Woche um rund 20 Prozent gestiegen ist.

Aus dem wöchentlichen Monitoring-Bericht des Gesundheitsministeriums geht hervor, dass am Freitag 49 Patienten und Patientinnen invasiv beatmet werden mussten. Dies seien mehr als Anfang Februar. Damals hatten zum Höhepunkt der zweiten Welle 79 Covid-Patienten auf den Intensivstationen gelegen, von denen 45 beatmet werden mussten.

Rund jeder dritte Beatmete ist Covid-Patient

Konrad Schwarzkopf, der Leiter der Intensivmedizin am Saarbrücker Winterbergklinikum sagte im SR-Interview die Lage auf der Intensivstation des Klinikums Saarbrücken habe sich "in den letzten zwei bis drei Wochen nicht entscheidend verändert." Die Auslastung durch Corona-Beatmungspatienten und Corona-Patienten liege durchgehend bei etwa 30 Prozent.

Intensivmediziner Schwarzkopf: "Die Patienten sind jetzt deutlich jünger"
Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger, 10.05.2021, Länge: 03:54 Min.]
Intensivmediziner Schwarzkopf: "Die Patienten sind jetzt deutlich jünger"

Es gebe zwischen zehn und 15 Corona-Beatmungspatienten bei etwa 45 zur Verfügung stehenden Beatmungsbetten auf dem Saarbrücker Winterberg. Im Verhältnis zur zweiten Welle zum Jahreswechsel seien es etwas weniger Patienten, die aber deutlich jünger seien. Die meisten seien zwischen 40 und 60 Jahre alt.

Ampel im Covid-Bereich "gelb"

Die Situation auf den Normalstationen hält die Expertengruppe, die das Gesundheitsministerium im Rahmen des sogenannten Saarland-Modells berät, für "unproblematisch". Hier seien ausreichend Bettenkapazitäten vorhanden. Die Situation auf den Intensivstationen sei demgegenüber weiter "ernst".

Dabei unterscheidet die Expertengruppe nunmehr zwischen dem Covid- und dem Non-Covid Bereich auf den Intensivstationen und führt eine neue Farbe für die Corona-Ampel ein. Während die Ampel im Covid-Bereich nach wie vor auf "gelb" stehe, sei sie im Non-Covid-Bereich "orange". Hier bestehe eine "sehr hohe Belegung". Die massive Dauerbelastung des Personals mache sich immer stärker bemerkbar. Es gebe nach wie vor Engpässe beim Pflegepersonal.

Experten empfehlen Reduzierung OP-Programm

Die Expertengruppe empfiehlt eine Reduzierung des OP-Programms auf "unumgängliche Eingriffe". Einen solchen Schritt lehnt die Landesregierung allerdings ab. Eine Sperrung von Intensivbetten, so das Gesundheitsministerium in seiner abschließenden Empfehlung, komme "derzeit noch nicht in Betracht."

Zwar sei die Lage im Gesundheitssystem weiterhin sehr angespannt und bedürfe eines engen, täglichen Monitorings unter Einbeziehung der Experten. Aber insgesamt könne die Corona-Ampel weiter auf Stufe "gelb" verbleiben.

Über dieses Thema hat auch SR 3-Saarlandwelle am 10.05.2021 berichtet.

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