Rathaus Lebach mit der Polizeiinspektion (Foto: Dirk Petry/SR)

Lebacher Polizeibeamte klagen über Gesundheitsbeschwerden

mit Informationen von Thomas Gerber   11.08.2021 | 17:01 Uhr

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat den baulichen Zustand der Polizeiinspektion Lebach als gesundheitsgefährdend kritisiert. Sie geht davon aus, dass die Raumluft mit Schadstoffen belastet ist. Fast ein Drittel der Beschäftigten leide im Dienst unter Atemwegsreizungen und Hautausschlägen.

Im Streit um den geplanten Umzug der Polizeiinspektion Lebach vom Rathaus in ein landeseigenes Gebäude nahe des Aufnahmelagers hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Alarm geschlagen. GdP-Landeschef David Maaß fürchtet um die Gesundheit seiner Kolleginnen und Kollegen. In dem aktuell genutzten Bau aus den 1970er-Jahren, den das Innenministerium von der Stadt angemietet hat, würden möglicherweise Schadstoffe freigesetzt.

Schäden Polizeiinspektion Lebach (Foto: SR)
Schäden Polizeiinspektion Lebach

17 der 60 Beamten in Lebach klagten über Beschwerden, sagte Maaß. Sie berichteten von Reizungen der Atemwege und Hautausschlägen. In den Räumen der Polizeiinspektion werde nach einem Wasserschaden Anfang des Jahres möglicherweise Formaldehyd aus den Deckenplatten freigesetzt.

Polizeiinspektion in Lebach, Wasserschaden an der Decke  (Foto: Gewerkschaft der Polizei/Saarland)
Polizeiinspektion in Lebach, Wasserschaden an der Decke

Der GdP-Landeschef forderte Stadt und Land auf, ein Schadstoff-Gutachten vorzulegen, das seit Wochen zurückgehalten werde. Lebachs parteiloser Bürgermeister Klauspeter Brill erklärte, dass er von einem solchen Gutachten nichts wisse. Das Innenministerium bestätigte dem SR demgegenüber die Existenz des Gutachtens. Gesundheitliche Gefahren seien demnach auszuschließen. Das Gutachten jedoch bezog sich offenbar lediglich auf eine mögliche Asbestbelastung – ob auch für andere Schadstoffe Entwarnung gegeben werden kann, ist nach wie vor offen.

GdP fordert Umzug

Die GdP hat nun erneut den Umzug der Polizeiinspektion gefordert. Und ein Gebäude dafür stünde wohl parat. Zwar fürchtet der Stadtrat, dass Polizeipräsenz in der Innenstadt verloren gehen könnte. Umweltminister Reinhold Jost (SPD) aber soll seinem Freund und Kabinettskollegen Klaus Bouillon (CDU) bereits zugesagt haben, das von seiner Flurbereinigungsbehörde genutzte Gebäude nahe des Landesaufnahmelagers für die Ordnungshüter zu räumen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 11.08.2021 berichtet.

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