Logo der Initiative Auf!Schwung auf einem Bild eine Geschäfts (Foto: Logo Initiative, picture alliance/dpa | Marijan Murat)

Wie Saar-Unternehmen einander helfen

Jan Henrich   28.03.2021 | 08:36 Uhr

Mit der Initiative „AUF! Schwung!“ wollen Marion Bredebusch und ihr Team coronabedingte Insolvenzen aufhalten. Dabei sollen Unternehmen anderen Unternehmen in finanzieller Schieflage helfen. Über 70.000 Euro hat die Initiative auf diese Weise bereits gesammelt.

Kulturbranche, Gastronomiegewerbe oder Einzelhandel: Durch die Corona-Pandemie stehen viele kleinere und mittlere Unternehmen vor finanziellen Herausforderungen. Einigen droht sogar die Schließung.

Eine saarländische Initiative will sich dem Problem nun widmen und hat sich auf die Fahnen geschrieben Firmen für gegenseitige Hilfe zusammenzubringen. „AUF! Schwung!“ nennt sich die Aktion, initiiert von der Kommunikationstrainerin Marion Bredebusch. Sie und ihr ehrenamtliches Team wollen Unternehmen, denen es aktuell gut geht, davon überzeugen, Betriebe zu fördern, die pandemiebedingt kurz vor einer Insolvenz stehen.

Unterstützung ohne Gegenleistung

Initiatoren von „Auf!Schwung“ (Foto: Iniative)
Initiatoren von „AUF! Schwung!“: Matthias Elsdörfer, Marion Bredebusch, Michael Zimmer und Barbara Bourguignon

Marion Bredebusch kam die Idee, als sie selbst ein Projekt durch Crowdfunding finanziert hatte. Allerdings sei die Initiative nicht ganz mit einer Crowdfunding-Plattform vergleichbar. Es stehe gerade keine Gegenleistung oder ein konkretes Projekt im Vordergrund.

Warum sich Unternehmen auch ohne Gegenleistung bei der Aktion engagieren sollten, erklärt Bredebusch so: „Jeder Betrieb hat ein Interesse daran, dass es in der Region gut läuft. Da haben wir alle was davon.“ Man wolle eine Insolvenzwelle aufhalten.

Bislang scheint das Konzept aufzugehen. Über 20 Unternehmen haben sich innerhalb der ersten Tage als Unterstützer angemeldet und insgesamt über 70.000 Euro zugesagt.

Unterstützer suchen sich ihre Partner selbst aus

Kleinere Betriebe oder Selbstständige aus dem Saarland, die in der Pandemie in eine Schieflage geraten sind, können sich bei der Initiative melden und ihre Geschichte erzählen. Es gehe dabei gerade um solche, die nicht den üblichen Förderkriterien entsprechen. Auf einer von der Initiative eingerichteten Plattform suchen sich Unterstützer dann ihre Partner selbst aus. Eine eigene Auswahl will die Initiative nicht treffen.

Die finanzielle Unterstützung laufe dann als Sponsoring und muss natürlich auch wie andere Einnahmen versteuer werden, erklärt Bredebusch. Die Unternehmen könnten darüber hinaus zudem kreativ werden, was die Zusammenarbeit angeht.

In den nächsten Tagen will die Initiative die Plattform mit den hilfsbedürftigen Unternehmen veröffentlichen. Sorge müsse niemand haben, sich als notleidend zu outen. Das sei lediglich ehrlich und aufrichtig, sagt Bredebusch. Im Idealfall entstehe ein „Netzwerk von Menschen, die Wirtschaft neu denken.“

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