Symboldbild mit Coronavirus und Saarlandkarte (Foto: SR/Jens Gerlach)

Infektionsgeschehen in Saar-Kommunen gleicht sich an

Melina Miller   28.01.2021 | 16:12 Uhr

In den saarländischen Kommunen ist das Mittelfeld hinsichtlich der Sieben-Tage-Inzidenzen deutlich gewachsen. Im Vergleich zur Vorwoche gibt es weniger Gemeinden mit einer Inzidenz von über 200, aber auch weniger Kommunen mit einem Wert von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Lediglich in zwei saarländischen Kommunen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell noch bei über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Allerdings gibt es auch weniger Orte mit einer Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen - dem vom Robert Koch Institut als kritisch markierten Wert. Insgesamt gleicht sich das Infektionsgeschehen in den saarländischen Kommunen damit an, wie die Auswertung der Meldedaten zeigt.

Hohe Inzidenz in Merchweiler

Aktuell weist Merchweiler mit einem Wert von rund 215 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner die höchste Sieben-Tage-Inzidenz saarlandweit auf. In der Gemeinde selbst gebe es keinen größeren Ausbruch, auf den die Zahl zurückzuführen sei, sagte ein Sprecher.

Vielmehr lässt sich der Wert nach Angaben des Landkreises Neunkirchen durch die geringe Einwohnerzahl Merchweilers von rund 9780 Menschen erklären. Insgesamt wurden dem Gesundheitsamt demnach 21 neue Coronafälle innerhalb der vergangenen sieben Tage gemeldet, die auf Ansteckungen in verschiedenen kleineren Kreisen zurückgeführt werden könnten.

Ausbruch in Tholeyer Pflegeheim

Anders in Tholey: Dort lasse sich die saarlandweit zweithöchste Inzidenz von knapp 208 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner nach wie vor mit einem größeren Coronaausbruch in einem Pflegeheim erklären, teilte der Bürgermeister der Gemeinde, Hermann Josef Schmidt, mit. Bereits Anfang Januar waren dort viele Bewohnerinnen und Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Nun hätten sich auch immer mehr Mitarbeiter infiziert, sagte Schmidt. Aktuell seien 19 Beschäftigte des Heims betroffen.

Hohe Inzidenz im gesamten Landkreis

Insgesamt ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis St. Wendel mit 155 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner saarlandweit am höchsten (Stand: 27.01.2021). Das lässt sich nach Angaben des Tholeyer Bürgermeisters unter anderem auf den Ausbruch in seiner Gemeinde und in einem Heim in Nohfelden zurückführen. Darüber hinaus sei das Infektionsgeschehen aber diffus. Viele der gemeldeten Neuinfektionen ließen sich nicht klar zuordnen.

Insgesamt seien rund 21 Prozent aller im Januar gemeldeten Neuinfektionen im Kreis klar einem Ausbruch in einem Senioren- oder Pflegeheim zuzuordnen, sagte ein Sprecher des Landkreies St. Wendel. Damit seien sie nicht zwingend hauptverantwortlich für die hohe Inzidenz.

Andernorts hat sich das Infektionsgeschehen dagegen nach größeren Ausbrüchen wieder beruhigt - zum Beispiel in Quierschied. Vergangene Woche lag die Gemeinde wegen rund 30 positiv getesteter Bewohnerinnen und Bewohner eines Seniorenheims noch auf dem ersten Platz mit der höchsten Inzidenz saarlandweit. In den letzten sieben Tagen seien in dem Heim aber keine neuen Coronafälle mehr gemeldet worden, sagte eine Sprecherin der Gemeinde. Aktuell liegt die Inzidenz in Quierschied bei knapp 193 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Kein neuer Fall in Gersheim gemeldet

In Gersheim wurde in den vergangenen sieben Tagen kein einziger neuer Coronafall gemeldet. Die Gemeinde bildet damit das neue Schlusslicht in der Statistik. Bereits in den vergangenen Monaten war Gersheim immer wieder mit einer niedrigen Inzidenz aufgefallen.

Unter der als kritisch markierten Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen liegt mit Blieskastel außerdem nur eine weitere Gemeinde. In der Vorwoche hatten noch rund 15 Prozent der saarländischen Kommunen unter diesem Wert gelegen.


Inzidenzwert richtig einordnen

In unserer interaktiven Karte haben wir uns bei der Berechnung der Inzidenz an der Berechnungsweise des RKI für die Landkreise und für internationale Vergleiche orientiert. Die Fallzahlen werden dabei auf einen Wert pro 100.000 Einwohner umgerechnet und sind somit untereinander vergleichbar.

Die meisten Gemeinden im Saarland haben zwischen 10.000 und 20.000 Einwohner - der Inzidenzwert ist dort also rund fünf bis zehnmal höher als die tatsächlichen Infektionszahlen. Deshalb geben wir in der interaktiven Karte neben der Inzidenz immer auch die absoluten Fallzahlen an.

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