Eine Flüssigkeit tropft aus der Nadel einer Spritze. (Foto: dpa)

Mehr Kinder vollständig oder gar nicht geimpft

  25.08.2020 | 16:04 Uhr

Im Saarland ist die Zahl der Kinder, die in den ersten beiden Lebensjahren alle 13 empfohlenen Schutzimpfungen erhalten haben, um knapp fünf Prozentpunkte gestiegen. Das hat eine Auswertung der Techniker Krankenkasse ergeben. Einen leichten Anstieg gab es aber auch bei denen, die gar keine erhalten haben.

Gut die Hälfte (52 Prozent) der 2017 geborenen Kinder im Saarland hat alle 13 Schutzimpfungen erhalten, die von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlen werden. Dazu zählen etwa Grundimmunisierungen gegen Masern, Mumps, Tetanus und Keuchhusten. Bei den 2016 geborenen waren es noch 47,5 Prozent. Bundesweit liegt die Quote aktuell bei 49 Prozent.

Niedrigste Quote Nichtgeimpfter

Allerdings ist auch die Zahl der saarländischen Kleinkinder, die gar nicht geimpft wurden, leicht gestiegen. Waren es in der Kohorte von 2016 noch 1,3 Prozent, sind es bei den 2017 geborenen Kindern 2,1 Prozent. "Trotz des geringen Anstiegs lässt sich festhalten, dass hier im Bundesvergleich am wenigsten Kleinkinder gar nicht geimpft sind", erklärt Stefan Groh, Leiter der TK-Landesvertretung im Saarland.

Gegen Masern waren die 2017 geborenen saarländischen Kinder mit 85 Prozent häufiger vollständig geimpft als in den meisten anderen Bundesländern, so die TK. Trotzdem seien knapp elf Prozent der Babys nach zwei Jahren unvollständig geimpft gewesen, sie hatten also die zweite Masernimpfung (noch) nicht erhalten.

Manche Eltern lassen nachimpfen

Die Auswertung zeige aber auch, dass einige Eltern ihre Kinder noch nachimpfen lassen. So sei die Quote der nur teilweise gegen Masern geimpften Kinder des Jahrganges 2016 im dritten Jahr von 13,4 auf 8,1 Prozent gesunken, die der gar nicht gegen Masern geimpften von 3,9 Prozent auf 2,6 Prozent. "Nur Kinder, die alle Teilimpfungen komplett erhalten haben, sind schließlich auch sicher immunisiert", sagt Stefan Groh. Um große Ausbrüche zu verhindern, zähle daher jedes Kind. 

Für die Auswertung der Impfraten wurden die 2017 geborenen und durchgängig bei der TK versicherten Kinder über einen Zeitraum von zwei Jahren sowie die 2016 geborenen und durchgängig bei der TK versicherten Kinder über einen Zeitraum von drei Jahren untersucht.

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