Ein Hund wird beim Tierarzt geimpft. (Foto: IMAGO / Panthermedia)

Imfpung kann gegen Hundemalaria helfen

Barbara Lindahl / Onlinefassung: Rebecca Wehrmann   17.03.2022 | 16:35 Uhr

Babesiose ist eine gefährliche Krankheit, die für Hunde tödlich verlaufen kann, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird. Übertragen wird sie von der Auwaldzecke, die sich auch im Saarland immer weiter ausbreitet. Abhilfe schaffen könnte eine Impfung gegen die Krankheit, die nun auch im Saarland verfügbar ist.

Die Auwaldzecke ist auch im Saarland auf dem Vomarsch – erkennen kann sie an ihrer beige-braunen Marmorierung. Sie ist größer als die bekannteste Zecke, der gemeine Holzbock.

Zecke geht aktiv auf Beutesuche

Außerdem ist sie besonders aggressiv, da sie nicht auf einem Grashalm auf vorbeigehende Opfer wartet, sondern sich aktiv auf Beutesuche begibt. Zecken, die so ein Verhalten zeigen, werden zur Kategorie der „Laufzecken“ gezählt.

Die Auwaldzecke überträgt die für Hunde sehr gefährliche Babesiose, auch Hundemalaria genannt. Die Erreger dieser Infektionskrankheit sind Blutparasiten, die die roten Blutkörperchen zerstören.

Auwaldzecke (Foto: SR)
Man kann die Auwaldzecke an dem auffälligen Muster auf ihrem Rücken erkennen.

Erkrankung kann tödlich verlaufen

Wird die Krankheit nicht schnell behandelt, verläuft sie für Hunde in der Regel tödlich. Besitzer können ihre Tiere dagegen impfen lassen – damit kann gegebenenfalls die Ansteckung, zumindest aber ein schwerer Verlauf der Krankheit verhindert werden.

Bis im November vergangenen Jahres war der Impfstoff jedoch nur in Frankreich zugelassen. Nun ist es auch im Saarland möglich, an dem Impfstoff zu kommen. „Die Tierärztekammer hat in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz und der französischen Tierärztekammer einen Weg gefunden“, erklärt Dr. Marion Ludes , Vizepräsidentin Tierärztekammer des Saarlandes.

„Es müssen gewisse Anträge gestellt werden, dann kann in Frankreich Impfstoff geordert werden, der dann auch legal importiert werden darf und auch legal geimpft werden darf.“

Kleines Tier – gefährlicher Biss
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 17.03.2022, Länge: 04:54 Min.]
Kleines Tier – gefährlicher Biss

Impfstoff nur bedingt verfügbar

Allerdings stehen den Tierärzten im Saarland nur wenige Impfdosen zur Verfügung, zudem treffen sie in unregelmäßigen Abständen ein. Ludes setzt sich deshalb für eine flächendeckende Impfung ein:

„Durch die zunehmende Klimaerwärmung werden wir natürlich auch zunehmend hier diese Zecken haben. Im Saarland ist es auf alle Fälle schon so und der ganze Rheingraben unterliegt diesem Zeckenbefall.“ Damit steige laut Ludes natürlich auch die Gefahr einer Infektion.

Zudem sei natürlich auch ein Zeckenschutz durch verschiedene, bereits auf dem Markt vorhandene, Medikamente ratsam. „Ich fürchte langfristig wird es so sein, dass wir beides brauchen werden.“

Wer seinen Hund impfen lassen möchte, sollte sich bei seinem Tierarzt melden dort über die Verfügbarkeit und weitere Details informieren.

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