Ein Arzt hält eine Ampulle des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer zwischen den Fingern. (Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Impfstoff-Engpass: Wartelisten-Kandidaten müssen wohl länger warten

mit Informationen von Steffani Balle   19.01.2021 | 11:47 Uhr

Der Lieferengpass beim Impfstoff von Biontech Pfizer hat im Saarland zumindest auf bereits vergebene Impftermine keine Auswirkungen. Allerdings wird wohl die Vergabe der Impftermine für die Angemeldeten auf der Warteliste verschoben. Auch wurden offenbar einige, kurzfristig für medizinisches Personal eingeräumte Termine zurückgezogen.

Im Impfzentrum Saarlouis: "Hier geht alles seinen gewohnten Gang"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Gerd Heger/Oliver Buchholz, 21.01.2021, Länge: 03:08 Min.]
Im Impfzentrum Saarlouis: "Hier geht alles seinen gewohnten Gang"

Die bis Ende Januar vergebenen Termine werden nach Angaben des Gesundheitsministeriums eingehalten. Was sehr wahrscheinlich verschoben wird, ist die Vergabe der Impftermine für die Angemeldeten auf der Warteliste. Damit sollte eigentlich in der kommenden Woche begonnen werden. Das werde nun aber verschoben, bis Klarheit über die Menge und den Zeitpunkt neuer Lieferungen des Impfstoffs von Biontech Pfizer herrsche, so das Ministerium.

Außerdem sind offenbar einige Termine, die kurzfristig für medizinisches Personal eingeräumt werden sollten, zurückgezogen worden. Wie zwei Krankenhäuser dem SR bestätigten, habe man erst letzte Woche das Angebot erhalten, zusätzliche Mitarbeiter im Saarbrücker Impfzentrum kurzfristig für Impfungen anzumelden. Den Angaben zufolge sollte es rund 350 zusätzliche Impfungen für medizinisches Personal geben. Dies sei dann aber zurückgezogen worden mit der Begründung, es gebe nun nicht genügend Impfstoff.

Lieferprobleme bei Pfizer

Der Pharmakonzern Pfizer wird seine Lieferzusagen für den zusammen mit dem deutschen Unternehmen Biontech entwickelten Impfstoff vorerst nicht einhalten können. In den kommenden Wochen werde die bereits zugesagte Menge an Corona-Impfstoff nicht geliefert, teilte das Bundesgesundheitsministerium vor einigen Tagen mit. Für Zeit ab dem 22. Februar stellte Pfizer aber mehr Impfstoff in Aussicht als bisher vorgesehen.

Grund für den Engpass sind demnach Umbauten im Pfizer-Werk im belgischen Puurs. Ziel sei es nach Angaben des US-Konzerns, die Produktionskapazitäten dort ab Mitte Februar zu erhöhen - von derzeit 1,3 Milliarden auf zwei Milliarden Dosen jährlich. Aus Puurs werden weltweit alle Länder beliefert, mit Ausnahme der USA. Die Lieferprobleme betreffen demnach nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 19.01.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja