Ein Mann spendet in einem DRK-Blutspendezentrum Blut. (Foto: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd)

Immer weniger Blutspenden wegen alternder Bevölkerung

  13.09.2022 | 07:48 Uhr

Weil die Bevölkerung immer älter wird, werden im Saarland die Blutspenden knapper. Es rücken zu wenig jüngere Blutspenderinnen und -spender nach, um das Defizit der älteren Gruppe aufzufangen, die bald kein Blut mehr spenden darf, warnen Experten.

Schon jetzt warnen Medizinerinnen und Mediziner regelmäßig vor einem Mangel an Blutspenden. Aufgrund des demografischen Wandels, der sich deutlich auch im Saarland ausprägt, wird sich der Mangel noch verstärken, sagt der Direktor des Instituts für Klinische Hämostaseologie und Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum des Saarlandes, Hermann Eichler. Dies hätte einen "eklatanten Mangel in den Blutbanken" zur Folge.

Junge Spender müssen nachrücken

Denn der Großteil der Spenderinnen und Spender im Saarland sei zwischen 45 und 65 Jahre alt. Da die Generation der Babyboomer langsam ins Rentenalter kommt, fielen sie allmählich aus dem Spendenpool heraus und hinterließen eine große Lücke. Um diese zu schließen, müssten deutlich mehr junge Leute nachrücken - und zwar durch regelmäßige Spenden.

"Die Blutversorgungslage ist prekär", sagt Eichler. Nicht nur saisonal in der Urlaubszeit oder wegen Corona, "sondern grundsätzlich prekär". Das könne dazu führen, dass medizinische Standards in Zukunft nicht mehr gehalten werden können.

Saarland "Blutmangelgebiet"

Gerade das Saarland sei bereits ein "Blutmangelgebiet", so Eichler. Schon jetzt ist das Land auf Blutspenden aus Rheinland-Pfalz angewiesen, um den Bedarf zu decken.

Blutspenden werden täglich für Operationen, auf Intensivstationen oder für Krebstherapien gebraucht. Der Bedarf könne schwanken. Mit der derzeitigen Tendenz reiche ein kurzfristiges Gegensteuern mit einmaligen Aufrufen zum Blutspenden nicht mehr aus, warnt der Institutsdirektor. Man müsse vielmehr dafür sorgen, dass der Anteil der Menschen, die regelmäßig spenden, steigt - gerade unter den Jüngeren.

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