In einem Unverpackt-Laden wird Reis in ein Glas gefüllt. (Foto: picture alliance/Sina Schuldt/dpa)

Bald weitere Unverpackt-Läden im Saarland

mit Informationen der dpa   16.02.2020 | 09:21 Uhr

Noch gibt es im Saarland nur einen Unverpackt-Laden – nämlich in Saarbrücken. Doch das soll sich bald ändern, denn es gibt Pläne für die Eröffnung weiterer Geschäfte, die auf Verpackungsmüll verzichten wollen.

Hier können Kunden ihre Milch selbst abzapfen, Müsli einfüllen oder lose Kartoffeln einkaufen. Die Rede ist von Unverpackt-Läden, die komplett auf Verpackungen verzichten. Nach dem Start des saarlandweit ersten Geschäfts dieser Art in Saarbrücken wird es bald weitere Läden geben. Wie der Verband der Unverpackt-Läden in Köln berichtet, sind Geschäfte in St. Wendel, Eppelborn und Friedrichsthal in Planung. Auch in Saarlouis sollen Kunden schon bald ohne Verpackungsmüll einkaufen können.

Gegen den Verschwendungswahnsinn

Dies folge einem bundesweiten Trend: Zunehmend gingen die Läden mit ausschließlich losen Waren auch in Kleinstädten an den Start. Verbraucher verlangten zunehmend weniger Verpackungsmüll, sagte der Vorsitzende des Verbandes Unverpackt, Gregor Witt. Sie wollten dem "Konsum- und Verschwendungswahnsinn" etwas entgegensetzen. Das könne man auch daran ablesen, dass bundesweit immer mehr Unverpackt-Läden öffneten.

Gesellschaftlicher Trend

Crowdfunding startet
Pläne für Unverpackt-Laden in Saarlouis
Im Saarland soll im nächsten Jahr ein zweiter Unverpackt-Laden eröffnet werden. Das Startgeld dafür wollen die Initiatoren per Crowdfunding zusammenbekommen.

Allein 2019 seien es mehr als 40 Neugründungen gewesen. Derzeit gibt es mehr als 190 Läden, rund 180 weitere seien in Planung und öffneten in den nächsten Monaten. "Das Thema Zero Waste (null Müll) entwickelt sich vom Nischenkonzept zu einem gesellschaftlichen Trend", sagte Witt.

Nach Angaben des Verbands Unverpackt ging das erste deutsche Geschäft 2014 in Kiel an den Start. Im benachbarten Rheinland-Pfalz gibt es bereits rund ein Dutzend der Läden unter anderem in Trier, Mainz, Kaiserslautern, Landau und Bad Kreuznach. Kunden bringen ihre eigenen Flaschen und Gläser für die Einkäufe mit.

Der Verpackungsverbrauch hat mit jährlich 18,7 Millionen Tonnen einen neuen Höchststand erreicht, wie die Deutsche Umwelthilfe kürzlich kritisierte. Das sind etwa 226,5 Kilo Verpackungsmüll pro Kopf.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja