Blick auf die nächtliche Altstadt von Luxemburg Stadt (Foto: imago images / ZUMA Press)

Immer mehr Luxemburger ziehen ins Saarland

Kai Forst   15.09.2019 | 08:30 Uhr

Saftige Mieten und deftige Grundstückspreise: Wohnen in Luxemburg wird immer mehr zum Luxus. Viele Luxemburger verlegen daher ihren Wohnort ins benachbarte Saarland. Vor allem die nur einen Steinwurf vom Großherzogtum entfernte Gemeinde Perl scheint besonders beliebt.

Wer derzeit in Luxemburg ein Eigenheim kaufen oder bauen möchte, muss tief in die Tasche greifen. In Luxemburg Stadt haben sich die Immobilienpreise in den vergangenen zehn Jahren sogar fast verdoppelt. Für viele ein Grund, dem Großherzogtum den Rücken zu kehren und im grenznahen Saarland eine Heimat zu finden.

Perl besonders beliebt

Lebten 2012 noch 2700 Luxemburger im Saarland, waren es Ende 2018 bereits 4200. Gerade im nur einen Steinwurf entfernten Perl, das man bequem über die Moselbrücke erreichen kann, ist die Nachfrage nach Wohneigentum groß. Derzeit leben laut dem Perler Einwohnermeldeamt 2230 Luxemburger in der Gemeinde an der Mosel. Vor zehn Jahren waren es noch 1200.

Laut dem Immobilienverband West sind die Preise für Immobilien und Grundstücke in Luxemburg vor allem in den vergangenen fünf Jahren extrem stark angestiegen. Für ein einfaches Einfamilien-Reihenhaus müsse man in Luxemburg derzeit 700.000 bis 800.000 Euro zahlen.

Fluch und Segen zugleich

Für den Perler Bürgermeister Ralf Uhlenbruch (CDU) ist diese Entwicklung Fluch und Segen zugleich. Zum einen seien in der knapp 9000-Einwohner-Gemeinde kaum Leerstände zu verzeichnen. Außerdem brächten die Luxemburger durch ihre hohen Einkommen eine große Kaufkraft nach Perl. Andererseits bringe das auch Risiken mit sich. Durch die große Nachfrage steige auch in Perl der Preis für Grundstücke und Immobilien deutlich. Viele Bauplätze seien in privater Hand und es würden hohe Summen bezahlt.

Außerdem kritisiert Uhlenbruch, dass die Gemeinde nichts vom großen Einkommensteuer-Kuchen abbekomme. Denn die Einkommenssteuer der Luxemburger, aber auch der Deutschen, die in Perl wohnten und in Luxemburg arbeiteten, werde im Großherzogtum abgeführt. Laut Uhlenbruch erhält Perl von allen Saar-Kommunen sogar den geringsten Einkommenssteuer-Anteil.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 15.09.2019 berichtet.

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