Der Tante-Emma-Laden in Bubach-Calmesweiler (Foto: SR/Felix Schneider)

Im Tante-Emma-Laden wie vor 100 Jahren

Felix Schneider   15.02.2020 | 08:52 Uhr

Registrierkasse, manuelle Waage, Ladenregal von 1910: Mit dem „Hofladen“ hat sich Lukas Brill in Bubach-Calmesweiler seinen Lebenstraum erfüllt. Dort verkauft er ausschließlich regionale Produkte im Flair eines Tante-Emma-Ladens zu Zeiten des Wirtschaftswunders. Am Samstag ist Eröffnung.

Direkt am Straßenrand der B 10 in Bubach-Calmesweiler bei Eppelborn steht ein altes Bauernhaus von 1887. Hier hat sich der 26-jährige Lukas Brill seinen Lebenstraum erfüllt. Vor drei Jahren hat er das Haus aufgekauft und viel Arbeit, Zeit und Geld hineingesteckt. Mit Hilfe von Freunden und Familie hat er es restauriert und hergerichtet, um dann seinen „Hofladen“ darin zu eröffnen.

Im Tante-Emma-Laden wie vor 100 Jahren
Video [SR.de, (c) Felix Schneider, 13.02.2020, Länge: 01:51 Min.]
Im Tante-Emma-Laden wie vor 100 Jahren
Registrierkasse, manuelle Waage, Ladenregal von 1910: Mit dem „Hofladen“ hat sich Lukas Brill in Bubach-Calmesweiler seinen Lebenstraum erfüllt. Dort verkauft er ausschließlich regionale Produkte im Flair eines Tante-Emma-Ladens zu Zeiten des Wirtschaftswunders. Am Samstag ist Eröffnung.

Im Sortiment des Hofladens gibt es viel Frisches, Selbstangebautes, Regionales und Nachhaltiges. „Alle Produkte hier kommen aus der Umgebung. Das Brot aus den Nachbardörfern, Fleisch- und Wurstwaren, Öle aus dem Bliesgau. Alles hier ist aus der Region.“, erzählt Ladeninhaber Brill. Bio-Eier, handgemachte Seife, Säfte – alles was man braucht. Sein Obst und Gemüse lässt er nicht zuliefern, es kommt ausschließlich aus eigenem Anbau.

INVENTAR AUS DEM FRÜHEN 20. JAHRHUNDERT

Nicht nur das Gebäude hat schon eine lange Geschichte hinter sich, sondern auch das Inventar.  Es stammt aus einem Edeka-Laden von 1910 aus dem Nachbarort. Lukas Brill hat es erst vor wenigen Wochen aufgekauft und hier wieder stilecht aufgebaut. Zwischen den Lebensmittelverpackungen, der manuellen Waage und der Registrierkasse sieht es aus wie zur Zeit des Wirtschaftswunders, wie damals beim Milchholen im Tante Emma-Laden.

Video [aktueller bericht am Samstag, 15.02.2020, Länge: 2:36 Min.]
Tante-Emma-Laden eröffnet in Eppelborn
Registrierkasse, manuelle Waage, Ladenregal von 1910: Mit dem „Hofladen“ hat sich Lukas Brill in Bubach-Calmesweiler seinen Lebenstraum erfüllt. Dort verkauft er ausschließlich regionale Produkte im Flair eines Tante-Emma-Ladens zu Zeiten des Wirtschaftswunders. Am Samstag ist Eröffnung.

Das Inventar schmückt den neuen Bedienbereich des Hofladens. Hier steht Lukas Brill nun jeden Samstag von 9 bis 12 Uhr und verkauft eine Vielzahl an regionalen Produkten. Aus Zeitgründen – er ist immer noch voll berufstätig als Gärtner und pflanzt das eigene Obst und Gemüse an – ist bisher nur der Samstagvormittag vorgesehen.

SELBSTBEDIENUNG RUND UM DIE UHR

Doch Kunden können sich auch an anderen Tagen im Hofladen versorgen – sogar rund um die Uhr. Seit vergangenem Jahr schon hat der Selbstbedienungsbereich seines Gemüseanbaus jeden Tag geöffnet.

Die Kundschaft nutzt ihn auch fleißig: „Mir gefällt der Hofladen sehr. Ich gehe hier seit einigen Monaten hin, denn es gibt alles was man braucht: Milch, verschiedene Wurstsorten. Ich habe gesehen, seit einigen Wochen gibt es sogar Erbsensuppe in der Dose und Currywurst“, sagt beispielsweise Anna Dörr. Die Waren kann man an gekühlten Automaten mit Geldeinwurf beziehen, aber es steht auch eine große Tonne zum Geldeinwurf vor Ort.

LANGE TRADITION

Lukas Brill wurde die Leidenschaft für die Landwirtschaft in die Wiege gelegt. Schon seine Vorfahren haben alles selbst angepflanzt, und der Dreh- und Angelpunkt war schon immer das Bauernhaus in Bubach-Calmesweiler. Er ist jetzt die vierte Generation und bewirtschaftet mehrere Hektar Land, um die Produkte dann in seinem Laden frisch und unberührt zu verkaufen. Die imposante Geschichte kann man heute noch mit vielen Bildern und Texten auf Plakaten im Laden nachempfinden.

Und der Hobby-Gemüsehändler hat noch viel vor: „Wir sind hier immer noch die ganze Zeit am Umbauen. Die Decke haben wir letzte Woche erst reingemacht. Es kommt noch die Heizung – es ist noch ein bisschen Arbeit.“

In den nächsten Jahren sollen viele Kleinigkeiten optimiert werden, die Renovierung der zweiten Haushälfte steht auch noch bevor. Dort will Lukas Brill eines Tages mal einziehen.

Über dieses Thema hat der "aktuelle bericht" am 15.02.2020 berichtet.

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