Kirche von Innen (Foto: SR)

So viele Kirchenaustritte wie noch nie zuvor

  26.06.2020 | 14:14 Uhr

Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben im vergangenen Jahr so viele Mitglieder wie noch nie durch Austritte verloren. Das haben die katholische Deutsche Bischofskonferenz und die evangelische Kirche mitgeteilt. Auch im Saarland nimmt die Zahl der Kirchenmitglieder ab.

Bundesweit sind aus beiden Kirchen im vergangenen Jahr jeweils rund 270.000 Menschen ausgetreten. Nach wie vor gehören aber noch mehr als die Hälfte der Deutschen einer der beiden großen Kirchen an.

Wenige Hochzeiten

Video [aktueller bericht, 26.06.2020, Länge: ab Min. 19:50]
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Im Saarland ging die Zahl der Katholiken den Angaben zufolge um etwa 2,5 Prozent auf 549.000 zurück. Das Bistum Trier (1.310.600 Mitglieder) verließen insgesamt 13.850 Katholiken – 3754 mehr als noch im Jahr 2018. Die Zahl der Hochzeiten sei mit 1993 so niedrig wie nie zuvor. "Der seit vielen Jahren anhaltende Trend zurückgehender Katholikenzahlen und steigender Austrittszahlen zeigt uns schmerzlich, dass wir viele Menschen nicht mehr in ihren konkreten Lebenssituationen mit unseren Angeboten erreichen", sagte Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg. Bisher gebe es offenbar noch keine überzeugenden Antworten auf diese Entwicklung.

Auch das Bistum Speyer (507.500 Mitglieder) hat nach eigenen Angaben einen Verlust von rund 6400 Mitgliedern durch Kirchenaustritte verzeichnet. Im Vorjahr waren es noch 5249 Austritte. Bei den Protestanten lässt sich die Zahl der Austritte nur aus der Gesamtzahl der evangelischen Christen im Saarland und der bundesweiten Austrittsquote auf rund 3400 hochrechnen.

Als Gründe für den Mitgliederschwund nennen Experten unter anderem den demografischen Wandel, Finanzskandale bei der Kirche oder den Umgang mit Missbrauchsfällen.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 26.06.2020 berichtet.

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