Schinkenstücke (Foto: dpa)

Rund 900 Verstöße bei Lebensmittelkontrollen

Sandra Schick / mit Informationen von dpa   18.12.2019 | 15:03 Uhr

Im Saarland sind in diesem Jahr knapp 900 Betriebe bei Lebensmittelkontrollen auffällig gewesen. Das geht aus der Bilanz der Lebensmittelüberwachung hervor, die Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD) am Mittwoch vorstellte. Der Minister fordert gleichzeitig eine bundesweite Reform der Lebensmittelüberwachung.

Knapp 9900 plan- und außerplanmäßige Lebensmittel-Kontrollen hat es in diesem Jahr im Saarland gegeben. Dabei wurden nach Angaben des Vebraucherschutzministeriums in 898 Betrieben Verstöße festgestellt. In der Folge gab es 234 Anzeigen und es wurden 555 Verwarnungen ausgesprochen. Insgesamt 16 Betriebe wurden nach den Kontrollen ganz oder in Teilen geschlossen. Betroffen waren vorwiegend Speisegaststätten. Außerdem mussten rund 5400 Kilogramm Lebensmittel vernichtet werden.

Video [aktueller bericht, 18.12.2019, Länge: 3:07 Min.]
Bilanz der Lebensmittelkontrollen

Zügige Reform der Lebensmittelüberwachung gefordert

Kollegengespräch: "Jost stellt heraus, dass das Saarland durchaus als Modell taugen könnte"
Audio [SR 3, Kollegengespräch: Gerd Heger/Kerstin Gallmeyer, 18.12.2019, Länge: 04:30 Min.]
Kollegengespräch: "Jost stellt heraus, dass das Saarland durchaus als Modell taugen könnte"

Verbraucherschutzminister Jost fordert eine zügige Reform der Lebensmittelüberwachung in Deutschland. Um Schwachstellen zu beseitigen, brauche es "bundesweit einheitliche und verbindliche Vorgaben für die Organisation und den Vollzug der Lebensmittelüberwachung", sagte Jost am Mittwoch in Saarbrücken. Unter anderem sollten Unternehmen verpflichtet werden, deutschlandweit einheitliche Lieferlisten zu führen, um den Weg der Ware von der Produktion in den Handel schnellstmöglich zurückverfolgen zu können.

Jede dritte Lebensmittelkontrolle fällt aus

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass das Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft eine Reform der Lebensmittelkontrollen plant. Allerdings soll es nach diesen Plänen künfigt deutlich weniger Kontrollen geben. Im Saarland würde rund ein Fünftel der Lebensmittelbetriebe seltener kontrolliert, sollten die Pläne umgesetzt werden. Verbraucherschutzminister Jost hatte dies kritisiert.

Bereits jetzt fällt im Saarland jede dritte vorgeschriebene Lebensmittelkontrolle aus. Insgesamt fanden über 3400 der im Jahr 2018 geplanten Routinekontrollen nicht statt. Als Begründung führte das Ministerium an, dass die Mehrfachkontrollen bei Risiko-Betrieben zulasten von Betrieben mit niedrigem Risiko gingen. Dazu zählt das Ministerium Schankwirtschaften, Einzelhändler und Discounter ohne Frische Fleisch- und Wurstwaren. Der Aktionsbereich dieser Betriebe, so das Ministerium, berge „so gut wie kein Gefahrenpotential für den Verbraucher“.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 18.12.2019 berichtet.

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