Sabrina Neukirch bei der Arbeit in ihrer Hutmanufaktur (Foto: SR)

Hut ab!

Herbert Mangold / Onlinefassung: Axel Wagner   25.11.2018 | 21:21 Uhr

Einen Hut zu tragen, das ist ja bei vielen aus der Mode gekommen. Damit das nicht so bleibt, gab es am Sonntag den Tag des Hutes. Aber wie entsteht so ein Hut? In Saarbrücken gibt es seit einiger Zeit eine kleine Hutmanufaktur. Hier gibt es keine Mode von der Stange - sondern nur Unikate.

Egal ob klassisch, verspielt oder elegant – alle Hüte sind Eigenkreationen von Sabrina Neukirch aus Saarbrücken. Die Modistin arbeitet hauptberuflich beim Staatstheater. Dort entstand auch die Idee, Hüte selbst zu machen.

Video [aktueller bericht am Sonntag, 25.11.2018, Länge: 3:12 Min.]
Hutmacherin stellt Eigenkreationen vor

„Inspiration war eigentlich eine Arbeitskollegin von mir, die in Rente gegangen ist“, erzählt Neukirch. Von ihr habe sie nicht mehr so viel lernen können. Das habe sie sehr bedauert, und sie habe sich daraufhin weitergebildet. In ihrer Wohnung hat sie inzwischen ein eigenes Atelier, wo sie unter anderem Winterhüte aus Schafwolle oder Hasenhaar herstellt.

Es braucht Formen und viel Dampf

Der Schatz einer Hutmacherin sind die Formen. Knapp 30 Stück besitzt Sabrina Neukirch inzwischen. Im Internet, auf Märkten oder bei alten Hutmachern wird sie fündig. Langfristig sollen es dreihundert Formen werden. Meistens bestehen sie aus Holz oder Gips. Nur mit ihnen können die Rohlinge, die in der Fachsprache Stulpen heißen, in Form gebracht werden.

Wichtigstes Utensil: Ein Dampfbügeleisen. „Man unterschätzt, wie heiß das Material wird. Aber man braucht die Wärme einfach, um den Kopf über die Holz- oder Gipsform drüberzuziehen.“

Dann sind geschickte Hände und einiges an Kraft gefragt. Immer wieder kommt Dampf ins Spiel, damit der Filz dehnbar bleibt und sich an die Form anpasst. Danach muss der Rohling ein Tag lang trocknen. So behält der Hut seine Form und kann weiter verarbeitet werden. Jetzt kann Sabrina Neukirch richtig kreativ werden und ihrer Fantasie freien Lauf lassen. „Das ist wirklich der schönste Teil, wo man sieht, wie man die Hüte garnieren kann, wie man ihnen ein Eigenleben geben uns die zum Unikat machen kann“, sagt sie. „Ich mag das ja, wenn es so kontrastreich ist oder man vielleicht einen ganz anderen Farbton anprobiert. Das wäre dann auch mal etwas, eine spannende Kombination.“

Inzwischen ist die Nachfrage so groß, dass sie unter „Frau Luna Hutmanufaktur“ ein eigenes Label kreiert hat. Je nach Aufwand und Material kostet ein Hut zwischen 30 und 150 Euro.

Über dieses Thema wurde auch im „aktuellen bericht“ vom 25.11.2018 im SR Fernsehen berichtet.

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