Ein Hütehund im Tierheim in Dillingen (Foto: Lena Schmidtke/SR)

Starke Nachfrage nach Hunden

Mit Informationen von Lena Schmidtke   27.05.2020 | 16:00 Uhr

Spazierengehen in Zeiten von Corona – da nehmen sich viele einen vierbeinigen Begleiter mit. Die Wartelisten bei den Züchtern sind lang, teils schon im dreistelligen Bereich. Aber auch die Nachfrage in den Tierheimen ist offenbar groß.

Hundeboom auch im Tierheim
Audio [SR 3, Lena Schmidtke, 27.05.2020, Länge: 02:39 Min.]
Hundeboom auch im Tierheim

Merle und Flocke dürfen hoffen. Die beiden Hütehunde leben derzeit im Hedwig-Trampert-Tierheim in Dillingen. Zwei Familien interessieren sich aber für die beiden. „Ich denke, im Laufe der nächsten Wochen werden sie in ein neues Zuhause ziehen“, sagt Peter Kaiser, Vorsitzender des Tierschutzvereins Untere Saar, der das Tierheim betreibt.

Mehr Interessenten

Normalerweise sind dort rund 45 Hunde untergebracht, momentan sind es nur 35. Und in den kommenden Wochen könnten es noch weniger werden. „Wir haben zwölf verschiedene Familien, die sich für zwölf verschiedene Hunde interessieren“, so Kaiser. „Und im Laufe der nächsten Wochen werden die hoffentlich vermittelt. Die Interessenten werden definitiv mehr.“

Welpen hat das Tierheim nur selten – und wenn, werden sie meist in kurzer Zeit vermittelt. Bei den erwachsenen Tieren sah es bislang schlechter aus. Die Vermittlungszahlen waren in den vergangenen Jahren rückläufig. Derzeit steigen sie wieder. Dabei spielen zwei Hauptfaktoren eine Rolle. Erstens: „Da jetzt die Grenzen die ganze Zeit geschlossen waren – oder immer noch geschlossen sind – kommen weniger Hunde aus dem Ausland rüber“, sagt Kaiser. „Die Leute, die sich dann für einen Hund interessieren, gehen wieder ins Tierheim.“

Nachfrage mit Risiko

Zweiter Punkt: Corona. Wer sich bisher nicht ganz schlüssig war, ob er eine Hundebetreuung zeitlich hinkriegt, packt die Gelegenheit beim Schopf. Für das Tierheim ist das positiv, aber auch risikoreich: Was, wenn wieder Normalität einkehrt und alle wieder Vollzeit arbeiten? Bringen die neuen Besitzer den Hund wieder zurück?

„Da muss man abwägen“, sagt Kaiser. „Passt das? Meinen die Leute das ehrlich? Halten sie das auf Dauer durch? Es gibt verschiedene Fragen, die man dann eben stellen muss, ob sie es ernst meinen oder ob es nur so ein Spleen ist.“

Schon acht Hunde vermittelt

Während der Coronakrise hat das Tierheim Dillingen bereits acht Hunde vermittelt. Auch positiv: Es werden weniger Hunde abgegeben. „Viele Leute sind zuhause gewesen, hatten vorher überlegt, den Hund abzugeben“, so Kaiser. „Das hat sich normalisiert. Was natürlich nicht heißt, dass das in drei oder vier Monaten immer noch so positiv aussieht.“

Im Moment aber freut sich Peter Kaiser darüber, dass im Tierheim so wenig Hunde sind – dank Corona. „Das ist für uns auch eine Entlastung, auch für die Mitarbeiter und die Tiere. Ich will jetzt nicht sagen, wir profitieren davon. Da steht zu viel hintendran, auch finanziell. Ich hatte das am Anfang wesentlich dramatischer empfunden.“

Über dieses Thema hat auch die SR3 Region am Nachmittag vom 27.05.2020 berichtet

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