Cochin-Huhn, Henne mit Küken (Foto: picture alliance / blickwinkel/N. Dautel)

Trend: Hühner im eigenen Garten

von Schülerpraktikantin Emily Brill   30.09.2018 | 08:30 Uhr

Immer mehr Menschen halten Hühner im eigenen Garten. Dabei müssen einige Dinge beachtet werden: Brauchen die Hühner einen Stall? Was fressen die Hühner? Und ist ein krähender Hahn wirklich notwendig? Diese Fragen hat unsere Schülerpraktikantin Emily für euch beantwortet.

Bio verbinden die meisten Menschen mit gesunden, unbelasteten Lebensmitteln. Doch schon mehrfach mussten Supermärkte in der jüngsten Vergangenheit mit Salmonellen oder Dioxin belastete Bio-Eier zurückrufen. Daher halten sich immer mehr Menschen Hühnern im eigenen Garten.

Bevor man sich Hühner zulegt, ist es wichtig mit den Nachbarn zu reden, da sie sich durch das Krähen des Hahns gestört fühlen könnten. Sascha Kleer, 1. Vorsitzender des saarländischen Rassegeflügelzuchtverbands, rät außerdem, sich zu überlegen, warum die Hühner gehalten werden sollten. „ Wenn man sowohl Wert auf Eier, als auch auf Fleisch legt, sind die Rassen Melchner und Barnevelder empfehlenswert.“

Artgerechte Haltung

Doch auf was müssen künftige Hühner-Halter sonst noch achten? Ein einfacher Zaun im Garten reicht nicht aus, ein Stall ist unumgänglich. „Die Hühner  müssen über Nacht in einen abschließbaren Stall, um vor Fressfeinden wie Marder oder Fuchs geschützt zu sein“, sagt Kleer. Im Stall dürfen folgenden Sachen nicht fehlen: eine erhöhte Stange, ein Kotbrett, Legenester, Tränken und Futtergefäße. Der Boden sollte feuchtigkeitsdurchlässig sein, da Feuchtigkeit für Hühner problematisch ist. Da Hühner gerne im Staub baden, picken und scharren sollte auch genügend Stroh, Laub, Heu, unbehandelte Hobelspäne und Hanfhäcksel vorhanden sein.  Außerdem sollte es im Auslauf Bäume und Sträucher geben, da die Hühner sich dadurch sicher fühlen.

Video [Wir im Saarland - Grenzenlos, 27.08.2018, Länge: 5:05 Min.]
Flatterhaftes Federvieh: Das Elsässer Huhn ist vom Aussterben bedroht

Empfohlen wird die Haltung von einem Hahn zusammen mit drei bis sechs Hennen. Wenn es jedoch Probleme gibt, weil sich Nachbarn wegen des Krähens vom Hahn gestört fühlen, kann man auch nur Hennen halten, sagt Sascha Kleer. „Also es ist grundsätzlich kein Problem, wenn man nur Hennen hält. Es ist jedoch für die Hackordnung besser, wenn man einen Hahn dabei hat, weil der Hahn quasi der Ruhepol ist in der Herde. Der Hahn ist das Oberhaupt“, berichtet uns Sascha Kleer.

Ernährung und Krankheiten von Hühnern

Hühner sind im Grunde Allesfresser, sie fressen z.B. Obst, Gemüse und Fleisch. Man kann den Hühnern auch Essensabfälle geben. Sascha Kleer erklärt uns, dass sie normales Getreide fressen, das man entweder beim Bauern oder im Handel von verschiedenen Anbietern bekommt. Um die Legeleistung der Hühner zu fördern könne Legemehl in die Körnermischung dazu gegeben werden. Dies enthält besondere  Nährstoffe.

Wenn Hühner von ihrem normalen Verhalten abweichen, also matt sind, still rumsitzen oder die Legeleistung nachlässt, könnte eine Krankheit dafür verantwortlich sein, laut Kleer. Um Krankheiten vorzubeugen, sollte man den Stall regelmäßig reinigen und die Einstreu alle drei Wochen austauschen.

Gesundheit und Ernährung
Über den saarländischen Eiermarkt
Nur 28 Prozent der im Saarland verbrauchten Eier stammt von heimischen Höfen. Ganz zu schwiegen von Produkten, in denen Eier verwendet werden. Und auch wenn oft Bio drauf steht, gibt es einige Möglichkeiten zu schummeln. Für SR 2 KulturRadio hat sich Marc Weyrich gründlich auf dem Eiermarkt umgesehen.

Artikel mit anderen teilen