Blick in einen Schrank auf Fläschchen mit homöopathischen Präparaten in der Praxis einer Heilpraktikerin (Foto: dpa/Frank Rumpenhorst)

Homöopathie-Weiterbildung wird nicht mehr anerkannt

Steffani Balle   08.10.2020 | 06:58 Uhr

Ab dem kommenden Jahr wird es keine von der Ärztekammer anerkannte Weiterbildung zur Homöopathie für Ärzte mehr geben. Das hat die Vertreterversammlung der Ärzte am Mittwochabend entschieden.

Homöopathie-Weiterbildung wird nicht mehr anerkannt
Audio [SR 3, (c) SR 3 Steffani Balle, 08.10.2020, Länge: 01:29 Min.]
Homöopathie-Weiterbildung wird nicht mehr anerkannt

Der Vorsitzende des Weiterbildungsausschusses Gregg Frost begründete den Vorstoß nach Aussage von Teilnehmern damit, dass die Homöopathie 150 Jahre lang den Nachweis der Wirksamkeit schuldig geblieben sei. Für die Abschaffung stimmten 36 Teilnehmer, dagegen acht. Vier enthielten sich. Die Regelung tritt am 1. Januar 2021 in Kraft. 

Der Vertreter der Hausärzte, Michael Kulas, bedauerte die Entscheidung. Damit gehe ein gutes Stück an Qualitätskontrolle verloren. 

Ob die Krankenkassen in dieser neuen Situation weiterhin die Kosten für homöopathische Behandlungen ganz oder teilweise übernehmen, stehe damit auch in Frage.

Kammern bundesweit uneins

Nach Bremen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Niedersachsen, Hamburg und Nordrhein ist die Saar-Ärztekammer die Siebte in Deutschland, die die Empfehlung der Bundesärztekammer aus dem Jahr 2018 umsetzt.

Lediglich die Kammern in Westfalen und Baden-Württemberg haben für den Erhalt der Zusatz- Qualifikation "Homöopathie" gestimmt, die übrigen Kammern haben noch keinen Beschluss gefasst.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 07.10.2020 berichtet.

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