Das Rathaus in Homburg (Foto: Pasquale D'Angiolillo/SR)

Homburg plant Abwasser-Zuschlag für Starkverschmutzer

  28.04.2022 | 21:08 Uhr

Die Stadt Homburg plant eine Sondergebühr für Betriebe, die überdurchschnittlich stark verschmutzte Abwässer produzieren. Damit will die Stadt mehr "Gebührengerechtigkeit" herstellen.

In Homburg sollen Gewerbebetriebe, deren Abwässer überdurchschnittlich viel Schmutz enthalten, einen Zuschlag auf ihre Abwassergebühren zahlen. Das hat der Stadtrat Ende März beschlossen. Dadurch sollen die Kosten, die bei der Kläranlage anfallen, stärker auf diejenigen abgewälzt werden, die sie verursacht haben.

Die Gesamtsumme der eingenommenen Abwassergebühren ändert sich dabei nach Angaben der Stadt nicht. Weil aber Betriebe, die höhere Kosten verursachen, mehr zahlen müssen, könnte es sein, dass Privathaushalte entlastet werden, so der Pressesprecher der Stadt. Bis Ende 2022 soll ein entsprechendes Gebührenmodell erarbeitet sein und im Stadtrat behandelt werden.

Kosten für Verantwortliche statt für alle

Die Stadt hatte dazu ein Gutachten in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse im Bauausschuss vorgestellt wurden. Demnach seien Zuschläge für Starkverschmutzer auch rechtlich geboten. Das sei aus Gründen der Gebührengerechtigkeit nötig.

Ohne die Sondergebühr würden Zusatzkosten, die bei der Kläranlage anfielen, nach der Wassermenge auf alle Nutzer umgelegt. Verantwortlich sei aber nur eine kleine Zahl von Gewerbebetrieben, deren Abwässer überdurchschnittlich viel Schmutz enthielten.

Wirkung auf Erbach-Schaum eher unwahrscheinlich

Die Stadt rechnet damit, dass die erhöhte Gebühr für Starkverschmutzer zu einer Reduzierung der Schmutzfrachten führt und damit die Kläranlage und die Umwelt entlastet. Betriebe, die ihre Schmutzfrachten und den Wasserverbrauch reduzieren, würden entsprechend belohnt.

Ob das neue Gebührenmodell aber auch dazu führt, dass auf dem Erbach weniger Schaum gebildet wird, sei eher unwahrscheinlich, so der Pressesprecher. Denn der werde durch Tenside verursacht, und für die gebe es im Abwasser keine Grenzwerte.

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